Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Der Feind des Borkenkäfers

Grosse Stürme im vergangenen Jahr haben in der Schweiz Tausende von Bäumen geknickt. Das freut den Borkenkäfer, der sich dann rasend vermehrt. Wäre da nicht der Ameisenbuntkäfer.
Siegfried Keller
Ein Ameisenbuntkäfer beisst einem Buchdrucker, einem Borkenkäfer, den Kopf ab. (Bild: Siegfried Keller)

Ein Ameisenbuntkäfer beisst einem Buchdrucker, einem Borkenkäfer, den Kopf ab. (Bild: Siegfried Keller)

Noch gut in Erinnerung sind die Stürme vom letzten August und vom vergangenen Winter. Tausende von Bäumen wurden entwurzelt oder geknickt, darunter besonders viele Fichten. Folgt nach einem solchen Ereignis ein trockener, warmer Frühling, ist der Albtraum jedes Försters perfekt: Es droht eine Borkenkäferplage, wobei unter Borkenkäfer der Gemeine Buchdrucker gemeint ist.

Die Förster sind entsprechend ausgebildet, wie sie den Käferschaden in Grenzen halten können. Wo sich die Borkenkäfer mehr oder weniger frei entfalten können, stellen sich sehr rasch seine natürlichen Feinde ein. Dazu gehören neben Vögeln wie Spechte, Meisen, Baumläufer und Kleiber zahlreiche räuberische und parasitische Insekten sowie durch Pilze und andere ­Mikroorganismen verursachte Krankheiten. Zu den wichtigsten natürlichen Feinden gehört der Ameisenbuntkäfer. Der Name weist einerseits auf eine Ähnlichkeit mit der Roten Waldameise hin, andererseits sind die Käfer tatsächlich bunt gefärbt. Kennzeichnend sind die schwarz-weiss-rot gebänderten Deckflügel. Auf einem Fichtenstamm erweist sich diese Buntheit als perfekte Tarnung. Die zangenförmigen Kiefer sind so gebaut, dass sie den zylindrischen Körper der Borkenkäfer optimal packen und festhalten können.

Da wird nicht lange Federlesen gemacht

Beim Beutefang machen sie kein Federlesen. Blitzschnell ist der Borkenkäfer gepackt und der gut gepanzerte Vorderteil vom Hinterteil getrennt, das Knacken ist auch für das menschliche Ohr hörbar. Gefressen wird in der Regel nur der weiche Hinterteil. Im Frühjahr erscheinen die sieben bis zehn Millimeter langen Ameisenbuntkäfer etwa zeitgleich mit den Borkenkäfern. Nach der Paarung legt das Weibchen etwa 30AABB22Eier in Borkenritzen, gewöhnlich in der Nähe von Brutgängen des Buchdruckers. Die ausgeschlüpften Larven dringen in die Brutgänge ein und fressen dort Eier, Larven und Puppen der Borkenkäfer. Im Herbst verpuppen sie sich unter der Rinde, wo sie auch den Winter verbringen. Auch wenn Ameisenbuntkäfer wichtige Feinde der Borkenkäfer sind, so sind sie doch niemals in der Lage, eine Käferplage zu verhindern oder zu beenden. Aber im Verbund mit den anderen Borkenkäferfeinden können sie langfristig deren Populationen unter Kontrolle halten.

Ein sehr scheuer Käfer

Ameisenbuntkäfer sind sowohl im Flachland als auch in Gebirgswäldern verbreitet. Sie lassen sich von April bis in den Sommer hinein überall beobachten, wo von Borkenkäfern befallenes Holz vorhanden ist. Neben dem gefürchteten Buchdrucker fressen sie ebenso gerne auch harmlosere Borkenkäfer. Beobachter müssen sich aber bewusst sein, dass Ameisenbuntkäfer sehr scheu sind und sich bei Störungen sofort verstecken.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.