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Kolumne

Der Druck der Konsumenten dürfte ruhig etwas höher sein

Unser Sonntagskolumnist über Schweizer Tierschutz, Fellimporte aus China und die sinnlosen Pelzkrägelchen an den Kapuzen.
Valentin Landmann
Valentin Landmann, Rechtsanwalt.

Valentin Landmann, Rechtsanwalt.

Unsere Landwirtschaft und unser Gewerbe müssen verschiedensten Vorschriften folgen, die zu Recht das Tier schützen und die Produktion von ausgesprochenen Qualprodukten in der Schweiz verhindern sollen. Das ist eine gute Sache und ein berechtigtes Anliegen des Tierschutzes. Wir können nicht behaupten, dass bei uns alles über jeden Zweifel erhaben ist und alles nur zum Besten funktioniert.

Aber wir haben grosse Fortschritte gemacht auch darin, das Tier nicht mehr einfach als Wegwerfprodukt und Sache zu betrachten.

Am billigsten ist nicht der Tierschutz. Am billigsten ist die schonungslose Ausbeutung der Tiere ohne jede Rücksicht auf Tierschutz. Und natürlich steigt damit auch der Profit. Wir wollen das nicht. Wir wollen die gebotene Rücksicht auf das Tier.

Wenig Auswirkung auf Kaufverhalten

Andere Staaten sehen das jedoch grundsätzlich anders. Viele europäische Staaten haben auch sehr valable Tierschutzgesetze, sind aber in der Durchsetzung nicht unbedingt auf schweizerischem Niveau. Viel schlimmer sieht es in aussereuropäischen Staaten aus. So beispielsweise bei der Produktion von Billigpelzkragen und ähnlichem in China und anderen Ländern. Zeigt man schweizerischen Konsumenten Bilder oder Filme aus der jeweiligen Produktion tierischer Erzeugnisse in diesen Ländern, so sind auch die Konsumenten hier entsetzt. Es ist jedoch betrüblich, wie wenig sich das aufs Kaufverhalten der Konsumenten selbst in der Schweiz auswirkt. Wir können wenig tun, damit im Ausland Produkte nicht mehr unter tierquälerischen Bedingungen hergestellt werden, ausser vielleicht mit dem Druck der Konsumenten, der ruhig etwas höher sein dürfte.

Das Problem ist folgendes: Diese ausländischen Erzeugnisse, deren Herstellung in der Schweiz unter Strafe steht, dürfen teilweise vorbehaltlos in die Schweiz importiert werden.

Es gibt zwar Pelzdeklarationspflichten und Verbote für den Import von Erzeugnissen aus geschützten Arten.

Sehr umfassend ist das nicht. Es bleibt immer noch ein weites Feld offen für die Einfuhr von Produkten, deren Herstellung in der Schweiz verboten ist.

Es sollte keine Verfassungsinitiative brauchen

Das ist absolut nicht in Ordnung. Wenn wir schon unseren Landwirten, Gewerbetreibenden und Herstellern Auflagen machen, die dem Tierschutz dienen, die aber natürlich auch finanzielle Auswirkungen haben, so ist es unhaltbar, wenn solche unter entsetzlichen Umständen hergestellten Erzeugnisse eingeführt werden dürfen. Es wäre definitiv Zeit, dass ein derartiges Importverbot Eingang in unsere Gesetzgebung findet.

Eine Verfassungsinitiative zu diesem Thema ist bei Tierschutzorganisationen in Vorbereitung. Vielleicht werden sich einige Parlamentarier darauf besinnen, dass es nicht eine Verfassungsinitiative brauchen sollte, um dieses Anliegen durchzusetzen. Es ist kein Schaden, wenn aus dem Strassenbild ein guter Teil von sinnlosen Pelzkrägelchen an Parkakapuzen wegfällt.

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