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Gut fürs Gehirn: Der Baum aus der Zeit der Dinosaurier

Jetzt blüht er: Ginkgo. Er hilft bei typischen Altersbeschwerden, unterstützt Gedächtnis, Durchblutung und vermindert Schwindel. Doch Vorsicht, als Tee darf man ihn nicht trinken.
Blarer Zalokar
Der «Baum der Erkenntnis» soll gegen Depressionen helfen.

Der «Baum der Erkenntnis» soll gegen Depressionen helfen.

Ginkgobäume wachsen hoch: manch einer 40 Meter. Sie werden bis zu tausend Jahre alt, blühen von April bis Mai. Seit den Zeiten der Dinosaurier gibt es sie, ursprünglich in etwa 60 Arten. Ginkgo biloba ist die letzte dieser Gattung, daher auch «lebendes Fossil» genannt. Ginkgo ist extrem widerstandsfähig: Das erste Grün nach Hiroshima soll ein Ginkgozweig gewesen sein.

Andere Namen würdigen den Ginkgo als Tempelbaum, da er oft in geweihten Bezirken gepflanzt ist – und als Baum der Erkenntnis. Die Erkenntnis mag sich auf zweierlei beziehen: So hilft Ginkgo bei depressiven Verstimmungen. Zweitens muss man das ­unangenehme Entfernen von Fruchtfleisch und Samenhülle auf sich nehmen, um die Delikatesse, den Samen, zu geniessen. Unangenehm ist das, weil die reifen Früchte gar nicht gut riechen.

Doch es lohnt sich, die Samen schmecken sehr gut. Aber erst rösten: Die Samen enthalten toxische Stoffe, die Bewusstlosigkeit und Lähmungen hervorrufen können. Das Rösten reduziert sie.

Im Herbst bilden die Blätter des Gingkos einen goldgelben Teppich. (Bild: Epa/Franch Robichon)

Im Herbst bilden die Blätter des Gingkos einen goldgelben Teppich. (Bild: Epa/Franch Robichon)

Ginkgo wird heute weltweit gepflanzt

Therapeutisch wird Ginkgo in China seit alters genutzt, auch die Samen: bei Husten und Asthma, auch bei Bettnässen, Reizblase, eiternden Schleimhäuten, Weissfluss und Alkoholmissbrauch.

Die westliche Medizin verschreibt Ginkgoextrakte zur Stärkung der Gedächtnis- und Hirnleistung sowie der Durchblutung von Armen und Beinen. Speziell in der Altersmedizin: bei Schwindel und Tinnitus, auch bei Raucherbeinen und der Schaufensterkrankheit – sind die Schmerzen im Bein weg, kann man weiterlaufen, braucht nicht mehr die Auslagen zu betrachten.

Diese Wirkungen werden auf die Ginkgo-eigenen Flavonoide, Ginkgolide und Terpene zurückgeführt. Sie sollen hirnzellschützende Eigenschaften haben, die Durchblutung vor allem kleiner Gefässe verbessern und die Sauerstoffversorgung der Zellen erhöhen. Die Blutgerinnung wird gehemmt und die Fliesseigenschaft des Blutes verbessert.

Von Tee sollte man absehen, die Blätter enthalten viel Ginkgolsäure: Diese ist stark entzündungsfördernd und soll Zellen, Nerven und die DNA schädigen. Stattdessen sollte man ausschliesslich Präparate aus Spezialextrakten zu sich nehmen, ­Tabletten oder Tropfen. Hier ist Ginkgolsäure auf die maximal zugelassene Höchstmenge reduziert. Die Spezialextrakte haben einen weiteren Vorteil: Allein mit Tee kommt man nicht auf eine wirksame Dosis. Deshalb sind die Spezialextrakte hoch konzentriert. Wirkungen sind nach etwa sechs Wochen Ginkgokur zu erwarten. Schwangere und Personen, die Blutverdünner und Gerinnungshemmer zu sich nehmen, verzichten auf Ginkgo.

Ginkgo wird heute weltweit gepflanzt. Von China kam er einst über Korea nach Japan, von da nach Europa: 1754 wuchs der erste dieser Bäume in Utrecht. Goethe soll einen gepflanzt haben, hat ihm ein Gedicht gewidmet.

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