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Leserdebatte

Diskussion: Wie zeitgemäss ist unser Rentenalter? – «25 Jahre Ausruhen sind eine bescheuerte Perspektive»

Im Samstagsinterview äusserte sich Philosoph Ludwig Hasler kritisch zum heutigen Modell des Pensionsalters. Bald würden wir einen Drittel unseres Lebens Siesta machen. Auf Facebook ist darüber eine lebhafte Diskussion entbrannt.
Martin Oswald

Mit 65 in den Ruhestand zu treten, findet der Philosoph Ludwig Hasler einen Irrsinn. Statt die Hilfe vom Staat in Anspruch zu nehmen, sollen sich die Älteren selber helfen. Das mache auch glücklicher. Der 75-Jährige propagiert eine Art Sharing-Economy fürs Alter.

Mit Nichtstun habe unser Genom keine Erfahrung. Unsere Vorfahren seien schliesslich keine buddhistischen Mönche, sondern Bauern und Handwerker. Da hätte es stets für alle zu tun gegeben, auch für die Ältesten, bis zum Sterbebett.

Der «Lebensabend» dehnt sich aus zum Lebensnachmittag. Bald machen wir einen Drittel unseres Lebens Siesta. Klingt angenehm. In Wirklichkeit sind 25 Jahre Ausruhen eine bescheuerte Perspektive.

Was schlägt Philosoph Hasler vor? Die flächendeckende Verbreitung kommunaler Seniorenräte, sie organisieren nicht nur den Frühlingsausflug, sie vermitteln Fachkompetenzen. «Unter uns Alten gibt es von jedem Schlag genug, Kräftige, Lustige, Köchinnen, Chauffeure, Informatiker. Wir sollen nicht alles an Profis delegieren. Wir können die Regie der Alterswelt selber in die Hand nehmen.»

Umfrage: Wie denken Sie über das Pensionsalter?

Tagblatt-Leser sind sich uneins

Y.M. schreibt auf unserer Facebook-Seite: «Wer 40 Jahre einen körperlich anstrengenden Beruf ausgeübt hat ist verbraucht.» Auch S.K. kann wenig mit den Ideen von Ludwig Hasler anfangen: «Wir sind doch nicht auf der Welt um während der Arbeit zu sterben!»

Der pensionierte R.H will hingegen weiter gebraucht werden: «Ich habe eine Teilzeitstelle, ganz kleines Pensum, in einer KITA und es ist wirklich Sinngebend ein ganz kleines bisschen Einfluss auf die Zukunft zu haben.» Weiter arbeiten dürfen - oder gar weiter arbeiten müssen? «Viele Rentner sind ja gezwungen weiter zu Arbeiten, weil sie von ihrer AHV und Pension sehr schlecht leben können,» schreibt R.K.

Doch für viele ist es nicht nur eine Frage, über das Pensionsalter hinaus arbeiten zu dürfen. «Schon jetzt finden viele Leute über 50 kaum mehr Arbeit», schreibt H.T.

R.D. sieht einen grossen Unterschied zwischen Menschen, die bereit mit der Lehre ins Berufsleben einsteigen und anderen, die erst ein Studium absolvieren. «Wer einen Lehrberuf ergreift, arbeitet rund 50 Jahre bis zum Ruhestand. Wer studiert, beginnt seine Berufstätigkeit oft erst mit Mitte bis Ende 20.»

M.A. bietet eine einfache Formel an: «30 Jahre lernen, 30 Jahre arbeiten und 30 Jahre geniessen.» Ob die ersten sechzig Jahre darum ohne Genuss auskommen müssen?

M.R. hat lobende Worte für die Ideen des Philosophen. So sei es unser aller Aufgabe, nicht bloss auf die Erlösung einer Pension zu warten, sondern schon in den aktiven Jahren nach einer befriedigenden Arbeit und Zeit für Hobbys zu streben. «Vielleicht wäre es gut mal seine Gedanken schon viel früher weg vom Gedanken ‹Arbeit› und hin zum Gedanken ‹Wirken› zu führen.»

Schliesslich postet K.E. einige lachende Smileys. «Ich brauche diese philosophischen Ansichten nicht. Mir ist sauwohl mit 70.»

Pensionierung mit 55

Ganz anders hat das der St.Galler Vito Ottomano gemacht. Er liess sich bereits mit 55 Jahren frühpensionieren. Noch keine 30 Jahre alt hat er sich ein Herz gefasst, ist zur Zurich Versicherung gegangen und hat seinen Wunsch vorgetragen. Er hat einen Plan erarbeitet und eine Lebensversicherung abgeschlossen, um die zehn Jahre zwischen 55 und 65 überbrücken zu können.

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