Spektakel
Das war der Super-Blutmond – die Bilder

Über der Schweiz war am frühen Montagmorgen eine totale Mondfinsternis zu beobachten. Um 5.41 Uhr trat der Mond in den Kernschatten der Erde ein. Wegen Wolken war die Sicht auf das Himmelsspektakel allerdings mancherorts verdeckt.

Lea Senn, Daniel Huber
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Die totale Mondfinsternis fotografiert in Allaman, Kanton Waadt.
12 Bilder
Gegen 6.12 Uhr stand der Mond vollständig im Kernschatten der Erde.
Bessere Sicht in Deutschland: Der Blutmond hinter der Mariensäule in Trier.
Auch in Dresden war der Blutmond zu sehen.
Hier hinter der Panther-Quadriga auf der Semperoper.
Der teilweise verfinsterte Blutmond hinter den Türmen des Kölner Doms.
Hobbyastronomen vor Beginn der totalen Mondfinsternis über der Sophienalpe in Wien, Österreich.
Blutmond in Dortmund. Zu einer Mondfinsternis kann es nur bei Vollmond kommen.
Mondfinsternis vom Januar 2019
Totale Mondfinsternis in Wien.
Mond, Sonne und Erde stehen bei einer Mondfinsternis genau in einer Linie. Bild aus Laatzen, Niedersachsen.

Die totale Mondfinsternis fotografiert in Allaman, Kanton Waadt.

VALENTIN FLAURAUD

Gute Bedingungen herrschten laut Angaben von Meteorologen vom Montag in den Alpen über 1500 Metern und im Tessin sowie im Wallis. Gegen 6.12 Uhr stand der Mond vollständig im Kernschatten der Erde. Die totale Mondfinsternis dauert bis 6.43 Uhr. Um 7.51 Uhr war der ganze Spuk wieder vorbei.

Zahlreiche Schaulustige liessen sich den Blutmond nicht entgehen. Mehrere Sternwarten hatten für das Spektakel geöffnet, etwa in Luzern und Kreuzlingen TG.

1. Aber wie kommt es überhaupt zu einer Mondfinsternis?

Im All dreht sich eine ganze Menge. Die Erde dreht sich um sich selbst, zugleich umkreist sie die Sonne, während sie selber vom Mond umkreist wird. Dieses komplexe Zusammenspiel von Drehungen bestimmt, welcher Himmelskörper wann und wo vom Licht der Sonne beschienen wird. Der Mond leuchtet selber nicht; was wir als Mondschein wahrnehmen, ist reflektiertes Sonnenlicht.

Die totale Mondfinsternis vom 21. Januar und die Erklärung dazu im Video:

Wenn die gesamte Mondscheibe hell und rund als Vollmond am Himmel steht, blicken wir aus der gleichen Richtung auf unseren Trabanten, aus der das Sonnenlicht kommt. Bei dieser Konstellation, die man Opposition nennt, stehen Sonne, Erde und Mond auf einer Linie; das heisst, Sonne und Mond befinden sich auf gegenüberliegenden Seiten der Erde. Eigentlich müsste in diesem Fall die Erde dem Sonnenlicht im Weg stehen und den Mond mit ihrem Schatten verdunkeln. Das geschieht tatsächlich, allerdings nur selten – eben dann liegt eine Mondfinsternis vor.

Der kegelförmige Erdschatten, der naturgemäss immer von der Sonne wegzeigt, läuft in rund 1,4 Millionen Kilometer Entfernung von der Erde in einer Spitze aus. Die Mondbahn verläuft weit näher bei der Erde, der Kernschatten (Umbra) der Erde ist in Mondentfernung allerdings schon rund achtmal kleiner. Gleichwohl übertrifft der Durchmesser des Kernschattens jenen des Mondes um beinahe das Dreifache. Der Halbschatten (Penumbra), der den Kernschatten wie ein Ring umgibt, ist in dieser Entfernung etwa so breit wie ein Monddurchmesser (knapp 3500 Kilometer).

Die Leserbilder vom Blutmond Ende Juli 2018:

Die Leserbilder vom Blutmond Der Blutmond geht auf (Schafmatt)
31 Bilder
Hier ist er in der Totale zu sehen (Schafmatt)
Blutmond über dem Hallwilersee
Aufgenommen in Möhlin
Aufgenommen in Starrkirch.
Aufgenommen in Boniswil von Fiona Haller.
Dieses schöne Bild wurde in Sansibar aufgenommen.
Drei besonders schöne Bilder erreichen uns von Leander Neumann. Aufgenommen in der Sternwarte Schafmatt.
Drei besonders schöne Bilder erreichen uns von Leander Neumann. Aufgenommen in der Sternwarte Schafmatt.
Drei besonders schöne Bilder erreichen uns von Leander Neumann. Aufgenommen in der Sternwarte Schafmatt.
Aufgenommen auf der Staffelegg. Tobias Geiser
Blutmond mit Mars, aufgenommen in Délémont.
Aufgenommen auf der Wasserflue.
Blutmond mit Mars.
Blutmond mit Mars.
Flugzeug vor dem Mond
Blutmond von der Gisiflue
Blutmond
Aufgenommen in Teufenthal.
Blutmond über Lenzburg/Wohlen
Blutmond über Biberist
Blutmond über Muhen.
Mondfinsternis über Zürich.
Leserbild von Peter Tellenbach
Leserbild von Peter Tellenbach
Die Mondfinsternis von den Philippinen fotografiert.

Die Leserbilder vom Blutmond Der Blutmond geht auf (Schafmatt)

Leserfoto Jonas Schenker

Dass der Mond normalerweise nicht in den Kernschatten der Erde gelangt, liegt daran, dass seine Bahn nicht genau auf der gleichen Ebene wie die Erdumlaufbahn (Ekliptik) liegt, sondern ihr gegenüber um etwa fünf Grad geneigt ist. Im Extremfall ist der Mond 37'000 Kilometer von der Ekliptik entfernt und zieht ober- oder unterhalb des Erdschattens vorbei. Nur in zwei Punkten (den sogenannten Knoten) schneidet seine Bahn bei jedem Umlauf die Ekliptikebene. Zu einer Mondfinsternis kommt es immer dann, wenn ein Vollmond nahe genug an einen dieser beiden Schnittpunkte kommt. Diese Konstellation tritt pro Jahr etwa zweimal ein.

Die Mondbahn ist gegenüber der Erdbahn geneigt. Bei 1 und 4 befindet sich der Vollmond in der Nähe der Ekliptikebene, bei 2 und 3 der Neumond. Dieser steht dann von der Erde aus gesehen vor der Sonne. (Die Grafik ist nicht massstabsgetreu und die Neigung der Mondbahn ist vergrössert dargestellt.)

Die Mondbahn ist gegenüber der Erdbahn geneigt. Bei 1 und 4 befindet sich der Vollmond in der Nähe der Ekliptikebene, bei 2 und 3 der Neumond. Dieser steht dann von der Erde aus gesehen vor der Sonne. (Die Grafik ist nicht massstabsgetreu und die Neigung der Mondbahn ist vergrössert dargestellt.)

watson.ch

2. Gibt es verschiedene Mondfinsternisse?

Es gibt unterschiedliche Typen von Mondfinsternissen – je nachdem, durch welche Teile des Erdschattens der Mond zieht:

  • Partielle Halbschattenfinsternis : Der Mond passiert lediglich den Halbschatten der Erde. Bei diesen relativ häufigen Ereignissen trübt sich die Mondscheibe nur unmerklich ein.
  • Totale Halbschattenfinsternis: In diesen seltenen Fällen tritt der Mond vollständig in den Halbschatten der Erde ein, berührt aber den Kernschatten nie. Der Teil des Mondes, der dem Kernschatten näher ist, wird dabei deutlich stärker verdunkelt.
  • Partielle Kernschattenfinsternis: In gut einem Drittel der Fälle passiert der Mond mit einem mehr oder weniger grossen Teil seines Durchmessers den Kernschatten der Erde, der auf der Mondoberfläche als stark abgedunkelter Kreisbogen sichtbar wird.
  • Totale Kernschattenfinsternis: In fast 30 Prozent aller Mondfinsternisse tritt der Trabant vollständig in den Erdschatten ein; die Mondscheibe trübt sich dann stark ein.

Bei der Mondfinsternis am 27. Juli handelt es sich um eine totale Kernschattenfinsternis.

Der Kernschatten der Erde ist kegelförmig und läuft in rund 1,4 Millionen Kilometer Entfernung von der Erde in einer Spitze aus. Die durchschnittliche Distanz der Mondbahn zur Erde beträgt rund 385'000 Kilometer. (Die Grafik ist nicht massstabgetreu.)

Der Kernschatten der Erde ist kegelförmig und läuft in rund 1,4 Millionen Kilometer Entfernung von der Erde in einer Spitze aus. Die durchschnittliche Distanz der Mondbahn zur Erde beträgt rund 385'000 Kilometer. (Die Grafik ist nicht massstabgetreu.)

watson.ch

3. Und warum spricht man von einem «Blutmond»?

Auch wenn der Mond vollständig im Erdschatten steht, bleibt er in aller Regel sichtbar, nimmt aber eine dunklere Färbung an. Diese kann von dunkelgelb über orange bis rötlich-braun reichen. Dieses Phänomen wird «Blutmond» genannt.

Er entsteht durch das Streulicht der Sonne, das durch die Erdatmosphäre in den Schattenkegel hinein gebrochen wird. Die Moleküle in der Atmosphäre filtern zudem die kurzwelligen blauen Anteile des Lichts stärker, sodass vor allem langwelliges rotes Licht den Mond erreicht und beleuchtet.