Das Michelin- Fräulein

Im Winter werden die Kleider schwer und dick! Überall hängt kiloschwerer Strick, feste Woll-Kleider, die schon beim Anschauen kratzen, und Rollkragenpullover, die einem die Atemwege abschnüren, werden als modisch angepriesen.

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Im Winter werden die Kleider schwer und dick! Überall hängt kiloschwerer Strick, feste Woll-Kleider, die schon beim Anschauen kratzen, und Rollkragenpullover, die einem die Atemwege abschnüren, werden als modisch angepriesen. Zurzeit genügt ja noch die Lederjacke oder ein lässiges Sakko, doch wie wir alle wissen, sinkt die Nullgradgrenze in der Schweiz allzu schnell! Also sollte man sich schon jetzt Gedanken über etwas Wärmeres zum Darüberziehen machen!

Die Läden geben einem da einige Inputs. Auffallend sind die Steppjacken, dicke Daunenjacken, die jede Frau locker fünf Kilo schwerer aussehen lassen. Und das, obwohl sie sich leicht wie eine Sommer-Federdecke anfühlen. Diese Saison fällt man in diesen Jacken doppelt auf, da sie vor sich hinglänzen und in allen erdenklichen Farben daherkommen! Mich erinnern sie an die reichen Damen in St.

Moritz, die in fetten Moon-Boots, übergrossen Fell-Kappen und einem Cüpli in der Hand den schönen Seiten des Leben frönen.

Nichtsdestotrotz: Daunenjacken sind eine gute Investition, denn darin friert man garantiert nicht. Ob sie allerdings wie lackiert aussehen müssen, na ja! Ich besitze auch eine Daunenjacke, sogar einen gesteppten, schwarzen Daunenmantel, der bis über die Knie reicht.

Darin sehe ich stets aus wie ein schwarzes Michelin-Männlein und werde oft gefragt, ob ich einen Schlafsack trage. Doch wissen Sie was – es ist mir egal. Denn wenn das Barometer draussen minus 15 Grad anzeigt, ist mein Ziel nur eines – nicht zu frieren, und gefroren habe ich in meinem Schlafsack bisher noch nie!

Andrea Huser

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