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Ein Dorf steht kopf: Marc Chagall in unserer Meisterwerk-Serie

Marc Chagall öffnet mit «Ich und das Dorf» ein Fenster in seine Kindheit in der russischen Provinz, wo Mensch und Tier miteinander im Einklang leben. Eine Idylle, die es so nie gegeben hat.
Christina Genova

Marc Chagall malt «Ich und das Dorf» 1911 in Paris. Ein Jahr zuvor hat er seine Heimat Russland dank eines Stipendiums verlassen. Das Dorf ist Witebsk, wo der Künstler als erstes von neun Kindern in einer armen jüdischen Familie aufgewachsen ist. Der 24-Jährige hält mit nostalgischem Blick die einfache, ländliche Welt fest, die er hinter sich gelassen hat. Das Heimweh plagt ihn, Paris ist ein regelrechter Kulturschock für ihn.

Kubismus, Fauvismus, die ganze Avantgarde stürzt auf Chagall ein. Er setzt sich zwar mit diesen Strömungen auseinander, geht aber seinen eigenen Weg. Formal ist «Ich und das Dorf» vom Kubismus inspiriert, dessen theoretischer Hintergrund interessiert den Gefühlsmenschen Chagall jedoch nicht. Für ihn ist Kunst vor allem ein Seelenzustand. Er malt zeit seines Lebens gegenständlich. Das Gemälde ist aus runden Formen aufgebaut: Damit will Chagall das Zyklische des Dorflebens verbildlichen und den zeitlichen Abstand zwischen dem jungen Maler in Paris und der fernen Heimat deutlich machen.

Jede Konvention aufgelöst

Indem Bildelemente einander durchdringen und überlagern, bringt Chagall Träume, Erinnerungen, Sehnsucht und Bilder seiner Kindheit miteinander in Einklang. Menschen, Tiere und Pflanzen stehen sich gegenüber und verbinden sich mit ländlichen Szenen: Das Schtetl bei Nacht, eine Begegnung auf der Dorfstrasse. Schwerkraft, Perspektive, Massstab und überhaupt jede Konvention sind in diesem Gemälde aufgelöst. «Ich und das Dorf» ist ein zentrales Gemälde von Chagalls erster Zeit in Paris (1910 bis 1914). Der Titel des Werks stammt von seinem besten Freund, dem Westschweizer Schriftsteller Blaise Cendrars. Es befindet sich heute im Museum of Modern Art in New York. Das Kunstmuseum Basel besitzt eine vorbereitende Gouache.

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