Namen
Da fehlen einem die Worte: Wie heissen diese Alltagsgegenstände eigentlich wirklich?

Die Gegenstände sehen wir täglich. Doch wie heissen noch gleich deren Bestandteile? Sehen Sie die Erklärungen in der Galerie.

Christian Sartorius
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Wie heissen diese Dinge wirklich?
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Womit der Hammer zuschlägt Ein Hammer hat einen «Stiel» und einen «Kopf», schon klar. Aber wie heisst der keilförmige Bereich des Hammerkopfes, und wie die gegenüberliegende Seite, die abgeflacht ist? Der keilförmige Teil nennt sich «Finne» oder auch «Pinne». Manche Handwerker sagen auch «Schmalbahn», womit sich schon andeutet, wie der gegenüberliegende Teil des Hammerkopfes bezeichnet wird, also die flache Schlagfläche – nämlich als «Bahn». Ach ja, der mittlere Bereich des Kopfes ist übrigens als «Haus» bekannt.
Die andere Hälfte des Haustürschlüssels Unseren Haustürschlüssel haben wir tagtäglich in der Hand, und wohl jeder weiss auch, wie sich der vordere Teil des Schlüssels nennt, der ins Schloss gesteckt wird: «Schlüsselbart», klar. Doch wie heisst der hintere Bereich, der zum Anfassen? Beim Schlüssel für moderne Schliesszylinder sagt man heute auch gerne schlicht und einfach nur «Kopf», eigentlich heisst dieser Teil des Schlüssels aber «Räute», und das hat seinen Grund. Die Schlüsselgriffe waren im Mittelalter nämlich noch rautenförmig, also in Form einer Raute ausgearbeitet. Im Mittelhochdeutschen nannte sich dieses verschobene Viereck noch «rute», woraus sprachgeschichtlich die neuhochdeutsche Raute wurde und beim Schlüssel sogar die «Räute». Die heute typische Ringform kam erst später auf.
Das abgebrannte Stück des Dochts Kerzendochte sind heute in aller Regel geflochten. Durch das Flechten entstehen kleine Verspannungen, aufgrund derer sich das abgebrannte, verkohlte Ende aus der Flamme herausneigt. Dort gibt es nun wieder jede Menge frischen Sauerstoff – ganz im Gegensatz zum Inneren der Flamme übrigens –, und so kann das letzte Stückchen Docht verbrennen. Bevor man auf den schönen Trick mit dem Flechten kam, brannten die Dochte nicht richtig ab, da sie meist aus einem einzigen durchgehenden Stück Leinen oder Wolle bestanden. Die Kerzen, Talglichter und anderen Lampen wurden schnell immer dunkler, flackerten und begannen zu russen. Um das zu ändern, musste man das verkohlte Dochtende regelmässig mit einer speziellen Dochtschere abschneiden, was auch als «putzen» bezeichnet wurde oder als «schneuzen». Das abgeschnittene verkohlte Stückchen des Kerzendochtes hiess «Schnuppe», und so heisst es noch heute. Die «Sternschnuppen» am Himmel nennen sich so, weil die leuchtenden Erscheinungen der Meteore an abgeschnittene Dochtenden erinnern, die glühend zu Boden fallen.
Der unbekannte Teil des Suppenlöffels Manche kennen noch den Abzählreim «Lirum, larum, Löffelstiel, wer das nicht kann, der kann nicht viel, lirum, larum, leck, und du bist weg.» Damit kennen wir zwar die Bezeichnung des hinteren Teils eines Löffels, aber mitnichten die des vorderen, muldenartigen, in den die Suppe kommt. «Laffe» nennt sich dieser Bereich richtig. Im Mittelhochdeutschen meint «Laffe» auch die Lippe. «Laffen» bzw. «leffen» bedeutete damals «lecken» oder auch «schlürfen», was ja durchaus Sinn macht. Ein Löffel ist also eigentlich nichts anderes als eine «Gerätschaft zum Schlürfen und Lecken».
Das fast vergessene Dings im Aktenordner Ordner hat man heutzutage ja meist nur noch in virtueller Form auf dem Computer, doch nicht nur in den Amtsstuben verstauben im Regal auch noch analoge Exemplare aus Pappe und Metall vor sich hin. Wie nennt sich eigentlich dieses längliche schmale Metallteil mit der kleinen Plastikwippe darauf, das zuoberst eingeheftet wird und das Papier andrückt? «Tippklemmer» ist der richtige Ausdruck, weil man auf die kleine Plastikwippe mit dem Finger «tippen» muss.
Die metallene Hülse Manche Bleistifte haben an einem Ende praktischerweise einen kleinen Radiergummi. Er wird aber nicht einfach angeklebt, sondern ist durch eine Metallhülse mit dem Stift verbunden. Wie heisst diese Hülse? Kleiner Tipp: Sie nennt sich genauso wie die Metallhülse, die den Pinsel mit seinen Borsten verbindet. «Ferrule» ist die richtige Bezeichnung. Eigentlich ist das nur das englische Wort für «Manschette», «Hülse», «Zwinge» oder auch «Ringbeschlag», dennoch hat es sich auch im deutschsprachigen Raum für ebendieses Metalldings durchgesetzt.

Wie heissen diese Dinge wirklich?

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