Ansturm auf Atemschutzmasken im Beitrag des Gesundheitsmagazins «CheckUp» von Tele Züri.

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Corona-Virus: Ansturm auf Schutzmasken – doch nicht alle schützen in jedem Fall

Nach den chinesischen Touristen haben sich nun Schweizerinnen und Schweizer mit Schutzmasken eingedeckt. Ein Arzt erklärt, in welchen Fällen die einfache Chirurgenmaske nicht die beste Wahl ist.

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(mwa) Hygiene- und Atemschutzmasken sind in Schweizer Apotheken derzeit ein rares Gut: Am Montag verkauften viele Geschäfte ihre ganzen Vorräte. Bis vor zwei Wochen seien vor allem chinesische Touristen die Käufer gewesen, sagt René Jenni, Inhaber der Zürcher Apotheke «TopPharm Leonhard», im Gesundheitsmagazin «CheckUp» auf Tele Züri. Dann sei es ruhig geworden. «Heute (Montag) hat es wieder voll angefangen. Jetzt wollen die Schweizer Masken kaufen», sagt Jenni.

Die einfache chirurgische Maske schützt vor der Tröpfchenübertragung. Es gibt aber Ausnahmen. Gerhard Eich, leitender Arzt der Infektiologie und Spitalhygiene am Zürcher Stadtspital Triemli, erklärt: Bei gewissen Infektionen würden die Erkrankten nicht nur einfache Tröpfchen aushusten, sondern eigentliche Tröpfchenkerne. «Diese breiten sich wie ein Nebel im Raum aus. Dagegen schützt die einfache Chirurgenmaske nicht so gut», sagt Eich. Die Tröpfchenkerne könnten durch die Öffnungen zwischen Gesicht und Maske dringen. In solchen Fällen helfen Masken der Schutzklasse FFP3, die auf allen Seiten dicht am Gesicht anliegen. Spitalangestellte tragen sie beispielsweise, wenn der Verdacht besteht, dass ein Patient oder eine Patientin sich mit einem gefährlichen Erreger infiziert hat – etwa mit dem Corona-Virus.

Die einfache Chirurgenmaske (links) und die Atemschutzmaske der Klasse FFP3 (rechts).

Die einfache Chirurgenmaske (links) und die Atemschutzmaske der Klasse FFP3 (rechts).

Keystone/Wikimedia Commons

Die Chirurgenmaske schützt primär nicht den Träger, sondern die Mitmenschen. Das Bundesamt für Gesundheit schreibt im Influenza-Pandemieplan zur einfachen Chirurgenmaske: «Obgleich auch eine Schutzwirkung für den Träger besteht, dienen Hygienemasken insbesondere dem Schutz der Anderen.» Sie sei nur als ergänzende Massnahme zu anderen Hygienemassnahmen (zum Beispiel Händewaschen) und Distanzhalten sinnvoll.