Cheops-Mission bleibt am Boden

Kein Start der Sojus-Rakete. Die Schweizer Weltraummission Cheops konnte nicht wie geplant abheben. Die Suche nach Exoplaneten muss noch warten. Derweil erhält einer dieser Exoplaneten den Namen Eiger.

Bruno Knellwolf
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Die Sojus-Rakete mit dem Cheops-Satellten bleibt vorerst am Boden.

Die Sojus-Rakete mit dem Cheops-Satellten bleibt vorerst am Boden.

Manuel Pedoussaut / Esa Handout, EPA

Eigentlich sollte die Schweizer Weltraum-Mission Cheops heute schon im All sein. Doch während des Countdowns des Starts der russischen Sojusrakete wurde dieser gestern eine Stunde und 25 Minuten vor der Zündung der Triebwerke automatisch unterbrochen. Wegen eines Software-Problems.

In 700 Kilometer Entfernung

Die Sojusrakete hätte gestern neben dem Schweizer Forschungssatelliten Cheops noch vier weitere Satelliten in eine 700 Kilometer entfernte Erdumlaufbahn bringen sollen. Nach dem Abbruch des Startprogramms schreibt die ausführende französische Raumfahrtfirma Arianespace auf Twitter, die Satelliten seien in einem sicheren Standby-Modus. Der neue Starttermin ist noch nicht bekannt. Man geht von heute Mittwoch aus.

Starten wird die Sojusrakete in Kourou in Französisch-Guyana. Der Flug wird vier Stunden, 13 Minuten und 14 Sekunden dauern und ist der 49. Sojus-Einsatz für Arianespace. Am Startort in Kourou ist Willy Benz von der Universität Bern, der die Cheops-Mission leitet. In Zusammenarbeit mit Nobelpreisträger Didier Queloz von der Universität Genf. Mit dem Schweizer Satelliten sollen bereits bekannte Exoplaneten genauer analysiert werden, um erdähnliche Planeten zu finden.

Schweiz tauft Mayors Exoplaneten «Eiger»

Derweil haben rund 110 Exoplaneten einen neuen Namen erhalten. Die Internationale Astronomische Union hat anlässlich ihres 100-Jahr-Jubiläums weltweit nach neuen Namen für diese Exoplaneten und deren Sterne gesucht. Die Schweizer Bevölkerung hat sich beim Planeten «HD 130322 b» für den Namen «Eiger» entschieden und die dazugehörige Sonne «Mönch»getauft. Der Vorschlag stammte von der Schulklasse L3a der Zuger Kantonsschule Menzingen. «Eiger» ist 1999 vom Genfer Michel Mayor entdeckt worden, der zusammen mit Queloz dieses Jahr den Physik-Nobelpreis erhalten hat.