«Can You Ever Forgive Me?» – Die Geschichte von Lee Israel

Um ihre Miete zu bezahlen, fälscht Lee Israel Briefe verstorbener Schriftsteller und macht damit ganz schön Geld. Das geht aber nicht lange gut.

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New York, 1991: Der Autorin Lee Israel (Melissa McCarthy) läuft es gerade überhaupt nicht. Die 51-Jährige lebt in einer heruntergekommenen Wohnung in Manhattan. In den Achtzigern war sie eine gefeierte Journalistin und konnte mit Biografien Erfolge feiern, doch aufgrund ihrer unkooperativen Art und einer Schreibblockade ist sie für ihre Agentin nicht mehr länger tragbar. Zudem ist Israels Katze krank geworden, und wegen Geldmangels kann sie weder deren Behandlung noch ihre eigene Miete bezahlen.

Obwohl ihre Agentin davon abgeraten hat, beginnt Lee Israel an einem Buch über die Komikerin Fanny Brice zu arbeiten. Bei ihren Recherchen entdeckt sie einen Brief, der von Brice selbst mit einer Schreibmaschine verfasst wurde. Lee bringt den Brief in einen Bücherladen und findet dort heraus, dass Sammler für solche Schriftstücke tief in die Taschen greifen. Weil sie gerade keine andere Lösung für ihre Misere sieht, beginnt sie, Briefe von verstorbenen Schriftstellern wie Dorothy Parker und Ernest Hemingway zu fälschen. Sie verfasst diese teils witzig und pikant, und verkauft sie für viel Geld. Das geht nicht lange gut. Nachdem ihre Fälschungen nach und nach Verdacht erregen, ändert die Autorin ihre Taktik. In einer Bar lernt sie Jack Hock kennen, der zu ihrem Komplizen wird. Die beiden stehlen echte Briefe und handsignierte Papiere aus Bibliotheken, die sie durch gefälschte ersetzen und dann verkaufen. 1993 bekennt sich Lee Israel schuldig und verbüsst sechs Monate unter Hausarrest. 2014 stirbt sie in New York City.

Der Film «Can You Ever Forgive Me?» (Kannst du mir jemals verzeihen?) basiert auf der gleichnamigen Autobiografie von Lee Israel. Eine unterhaltsame Aussenseiterstory und düstere Komödie. Melissa McCarthy und Richard E. Grant brillieren mit trockenem Humor. (mem)