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Christian Menn: Ein Brückenbauer mit Weltruf

Er gehörte zur Weltklasse der Brückenbauer und lehrte an der ETH Zürich Generationen von Bauingenieuren. Weltweit baute Christian Menn über 100 Brücken, am Montag ist er 91-jährig gestorben.
Bruno Knellwolf
Bei der 526 Meter langen und 77 Meter hohen Sunnibergbrücke in Klosters aus dem Jahr 1998 war Christian Menn am Entwurf beteiligt. (Bild: Arno Balzarini/Key (Klosters, 29. Oktober 2005))

Bei der 526 Meter langen und 77 Meter hohen Sunnibergbrücke in Klosters aus dem Jahr 1998 war Christian Menn am Entwurf beteiligt. (Bild: Arno Balzarini/Key (Klosters, 29. Oktober 2005))

An Christian Menn ist lange Zeit kein Bauingenieur-Student vorbei gekommen. An der ETH Zürich brachte er ab 1971 Generationen von Ingenieuren das Handwerk des Brückenbaus bei. Vom 1927 in Meiringen geborenen, in Chur aufgewachsenen und am Montag verstorbenen Menn werden aber vor allem seine vielen Brücken in Erinnerung bleiben.

Noch vor zwei Jahren hat er in einem grossen, reich illustrierten Buch seine Werke vorgestellt und sich darin an seine erste Brücke erinnert: Die Crestawaldbrücke. «Sie wurde im Juli 1959 betoniert, als meine älteste Tochter Claudia geboren wurde», schrieb der Bauingenieur und gestand, dass er bei diesem Werk die Ästhetik über die konstruktive Vernunft gestellt habe. «Der Bogen ist etwas breiter, als er sollte und damit am Rand stärker Regen, Schnee und der salzhaltigen Schwarzräumung ausgesetzt, doch es ist nach wie vor eine hübsche Brücke».

Seine Lieblingsbrücke steht in Boston

Christian Menn, Ingenieur und ehemaliger ETH-Profesor. (Bild: Martin Ruetschi/Keystone)

Christian Menn, Ingenieur und ehemaliger ETH-Profesor. (Bild: Martin Ruetschi/Keystone)

Seine liebste Brücke hat er aber in Boston gebaut, und auch gleich seine letzte. Die Leonard P. Zakim Bunker Hill Memorial Bridge in Boston ist zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden. «Eigentlich hätte die Brücke in Abu Dhabi die letzte sein sollen; die Bauarbeiten hatten bereis angefangen, dann kam diese amerikanische Firma und hat uns einfach rausgeschmissen. Jetzt wird da etwas Himmeltrauriges hingebaut», sagte der damals 89-jährige immer noch aktive Brückenbauer. Man müsse sich doch ein bisschen bemühen, was die Gestaltung betreffe und auch bereit sein, dafür etwas zu bezahlen.

Zu dieser Einsicht ist Menn vor allem nach seiner Zeit als Hochschullehrer gekommen. Zuvor habe er sich noch in jenen Zwängen befunden, die Ingenieure früher oft einengten. Nämlich den Preis vor die Ästhetik zu stellen, hat sein Nachfolger an der ETH Zürich, Professor Thomas Vogel, anlässlich der Buchvorstellung in dieser Zeitung gesagt.

Über die Schweiz hinaus bekannt

Auf die Bedeutung Menns angesprochen, sagte Vogel: « In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Menn der Brückenbauer in der Schweiz, aber auch über die Grenze hinaus. Und das bei verschiedenen Brückensystemen». Zuerst hat Menn die langen Bogenbrücken weiterentwickelt, die man nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut hat. Danach folgten seine Freilandbrücken. Mit einer solchen war er einer der ersten mit dem Felsenau-Viadukt in Bern. Mit diesem Projekt mit Hauptspannweiten von 144 Metern gewann Menn anfangs der 70er-Jahre einen Wettbewerb, bevor er sein eigenes Ingenieurbüro aufgab und an die ETH Zürich wechselte.

Nach seiner Emeritierung im Jahr 1992 baute er grosse Brücken in den USA. Menn, dessen Vater ebenfalls Bauingenieur gewesen war, haben seine Entwürfe ausgezeichnet sowie seine Selbstkritik gegenüber seinen eigenen Werken. Dies hat ihn zu einem grossen Brückenbauer mit Weltruf gemacht.

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