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Bodenständiges Gärtnern in wankelmütigen Zeiten

Wer mit seinem Garten alle klimatischen und meteorologischen Turbulenzen überstehen will, muss zu allererst den Boden pflegen. Er ist das Kostbarste im Garten überhaupt.
Nicole Häfliger
Den wertvollen Boden zu schützen kann auch dekorativ sein – Rindenmulch und Puschkinie. (Bild: Nicole Häfliger)

Den wertvollen Boden zu schützen kann auch dekorativ sein – Rindenmulch und Puschkinie. (Bild: Nicole Häfliger)

Die Natur ist wankelmütig, ganz besonders dann, wenn es ums Wetter geht. Kaum hat man die Dürre überstanden, wirft sie meterweise Schnee herunter, sie wartet mit Stürmen auf, beschert uns Spätfröste, Hagel, Überschwemmungen und sorgt für T-Shirt-Temperaturen kurz vor Weihnachten.

Wetterextreme werden mit jedem Jahr mehr zum Normalfall, so dass ich längst damit aufgehört habe, mich zu empören. Im Gegenteil. Ich nehme es als gegeben hin und sehe es als Herausforderung. Die Frage «Wie kriegt man es hin, einen Garten zu haben, der mit all dem zurechtkommt?» drängt sich auf, wenn man seinen Umschwung nicht kurzerhand steinigen oder zubetonieren möchte. Nun, beginnen wir mit dem, womit alles im Garten beginnt, steht und fällt: mit dem Boden.

Böden sollten nie nackt sein

Er ist mir das Kostbarste überhaupt. Nicht die eine sinnlos teure, weil wahnsinnig seltene Pflanze, nicht der über Jahre hinweg angelegte Klostergarten, nicht der geerbte knorzelige Kirschbaum, nein, zuallererst gilt meine Zuneigung und Aufmerksamkeit meinem Boden. Er ist lehmig, also ein prima Nährstoff- und Wasserspeicher, doch bei starken Regenfällen verschlämmt er und bei längerer Trockenheit backt er zu einer steinharten Masse zusammen. So lehrte er mich schon von Anfang an das Wichtigste, was man über alle Gartenböden wissen sollte: Sie halten nichts davon, ungeschützt dazuliegen. In der Natur sind gesunde fruchtbare Böden nie nackt. Entweder wächst darauf etwas oder aber sie sind mit Laub oder Nadelstreu bedeckt. Dies aus gutem Grund. Die Witterungen würden ansonsten Nährstoffe ausschwemmen, den Bodenlebewesen und Pilzen den Garaus machen und schliesslich die ehemals fruchtbaren obersten zehn bis dreissig Zentimeter kurzerhand wegblasen. Deswegen wird auf offenen Böden auch immer Unkraut wachsen – ein durchaus tröstlicher Gedanke, wenn man sich gerade übers Jäten ärgern will.

Was also können wir tun? Mulchen ist eine gute Idee. Sprich, den Boden bedecken. Rasenschnitt eignet sich perfekt dafür, letztlich ist aber jedes organische Material sinnvoll, weil es überdies als Dünger wirkt (damit das auch bei Holz- und Rindenhäcksel klappt, sollte man zuerst Hornspäne ausbringen). Mulch hält die Feuchtigkeit im Boden, hemmt den Unkrautwuchs und schützt die Bodenlebewesen vor sengender Sonne und peitschendem Regen. Leider zieht er Geflügel magisch an, denn unter dem Mulch wimmelt es geradezu vor leckerem Futter wie Würmern. Wo welcher ist, wird unweigerlich inbrünstig gescharrt – er liegt danach überall, nur nicht mehr auf dem Beet. In diesem Fall, oder auch, wenn man Mulch nichts abgewinnen kann, gibt es eine Alternative: die lückenlose Bepflanzung. Ein dichtes Blätterdach oder zahme Bodendecker zwischen Stauden und Sträuchern schützen den Boden genauso gut.

Schneeglöckchen und Vergissmeinnicht

Am meisten bewährt haben sich bei mir Schneeglöckchen und wild versamte Vergissmeinnicht. Sie halten die Stellung, bis die Stauden gross genug sind und die Aufgabe fortan übernehmen können, den Boden zu beschatten. Auch im Gemüsebeet versuche ich – sofern dies möglich ist – offenen Boden zu vermeiden. So lasse ich Bodenkurendes (wie Ringelblumen, Kamille, Tagetes), Tiefwurzler (wie Borretsch) und weitere Ein- und Zweijährige seit Jahren munter versamen. Was zu viel ist, wird gejätet, der Rest darf bleiben.

Wie das Wetter dieses Jahr werden wird, wissen vermutlich nicht mal die Götter. Aber eines ist sicher: Ein gut gepflegter Boden kommt besser mit wettertechnischen Kapriolen klar. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihrem Boden ein gelungenes Gartenjahr.

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