Blumige Augenblicke

Haute Couture in Paris Romantische Blütenkleider bei Dior, frivoler «Chic parisien» bei Jean-Paul Gaultier, ein goldener Löwe bei Chanel: In Paris zeigen die Luxusschneider für den Winter 2010/11 viel Rüschen, Maschen und opulente Ballroben für den roten Teppich. Yvonne Forster

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Dior: Blumen aus Christian Diors Garten sind die Inspiration zu John Gallianos farbenfrohen Kleidern. (Bilder: Yannis Vlamos)

Dior: Blumen aus Christian Diors Garten sind die Inspiration zu John Gallianos farbenfrohen Kleidern. (Bilder: Yannis Vlamos)

Endlich! Die Märchenhochzeit in Schweden hat Millionen Frauen wieder zum Träumen gebracht: von grossen Abendroben, die sonst nur an Oscar-Verleihungen zu sehen sind. Dass Giorgio Armani das Kleid von Charlene Wittstock am «Royal Wedding» in Stockholm entworfen hatte und Prinzessin Victoria am Abend vor ihrer Hochzeit ein Modell des Libanesen Elie Saab trug, wurde weltweit beachtet.

Dior: Tulpen und Narzissen

An den Haute-Couture-Schauen für den Winter 2010/11, die letzte Woche in Paris präsentiert wurden, hätten viele der gezeigten Modelle einen Platz am Royal Wedding verdient. Die von Dior zum Beispiel. Jedes Kleid der Schau im Musée Rodin ist eine Blume, kunstvoll um den Körper gewickelt. Papageien-Tulpen, Nelken, Krokusse, Malven und Rosen.

«Ich hatte blumige Augenblicke», gestand Designer John Galliano, der sich für seine farbenprächtige Kollektion an der berühmten Tulpenlinie von Christian Dior aus dem Jahre 1953 inspirierte. Galliano gibt opulenten Kleidern aber einen futuristischen und romantischen Touch, indem er Mohair als Kontrast zu Taft oder zarten Tülls einsetzt.

Als Krönung seiner Blumen-Symphonie wickelt Galliano die Köpfe der Models mit Cellophanfolien ein, als ob die Sträusse direkt vom Floristen kämen.

Chanel im Zeichen des Löwen

Eine Reise nach Paris würde sich kaum mehr lohnen, wären da nicht die Präsentationen von Dior, Chanel und Gaultier. Karl Lagerfeld sorgt jede Saison für eine neue Überraschung.

Dass er dieses Mal für sein Chanel-Défilé einen 12 Meter hohen und 7,2 Tonnen schweren goldenen Löwen im Grand Palais aufbauen liess, hat nichts mit Machtgehabe zu tun, sondern mit dem Sternzeichen von Mademoiselle Coco. Die Kollektion steht ganz «im Zeichen des Löwen»: Tatzen und Mähnen dienen als Inspiration für seine Mode, in deren Mittelpunkt das Bolero steht – mal aus Spitze, mal mit Perlen oder Goldfäden bestickt. Wadenlanges ist bei Chanel ebenso erlaubt wie Kurzes.

Ein Muss sind hochhackige Stiefeletten aus edlen Materialien.

Jean-Paul Gaultier schwelgt in Luxus. Seine gewohnt pariserische Kollektion, in der weder der Trench noch das sexy Boudoirkleid oder das Korsett fehlen, wird vom 80er-Jahre-Touch geprägt: breit abstehende Schultern verleihen den mit Pelz und Federn geschmückten Kleidern Flügel.

Seit fünf Jahren hat sich Giorgio Armani mit seiner «Armani privé»-Kollektion einen festen Platz auf der Couture-Liste geschaffen. Seine ganz in Bernsteinfarbe gehaltene Mode trifft den Geschmack seiner elegant gekleideten Kundinnen. Nur gerade zehn Modelle präsentierte Givenchy-Designer Riccardo Tisci. Die meist schwarzen Fransenkleider sind der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo gewidmet.

Mit glockigen Babydoll-Kleidchen und mädchenhaften Schnitten versucht das italienische Designer-Duo die Marke Valentino in jugendliche Bahnen zu leiten.

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