Der Biss der fleischfressenden Pflanze: Blitzartig schnappt die Venusfliegenfalle zu – es geht aber auch langsam

Eine einzeln, langsame Berührung reicht, um das Zuschnappen der Venusfliegenfalle auszulösen, sagen Forscher aus Zürich.

Bruno Knellwolf
Drucken
Teilen
Die Venusfliegenfalle kann auch langsam zuschnappen.

Die Venusfliegenfalle kann auch langsam zuschnappen.

Bild: Andrzej Grygiel / EPA

Die Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula) ist die bekannteste fleischfressende Pflanze. Sie fängt ihre Beute, vorwiegend Spinnen und Insekten, mit Hilfe eines ausgeklügelten Schnappmechanismus. Ihre rötlichgrünen Fangblätter besitzen je drei sehr empfindliche Sinneshaare pro Blatthälfte. Diese Haare reagieren auf feinste Berührungen – wenn etwa eine Fliege über das Fangblatt krabbelt –, indem sie elektrische Impulse aussenden. Diese breiten sich rasch über das ganze Blatt aus und wenn innert kurzer Zeit zwei Impulse ausgelöst werden, schnappt die Falle blitzartig zu.

Langsame Berührung reicht

Doch nicht immer nur blitzartig, wie Forscher der ETH und der Universität Zürich herausgefunden haben. Gemäss der 200-jährigen Erforschung des Fangmechanismus schnappt die Falle bei zwei Impulsen innerhalb von 30 Sekunden zu. Ueli Grossniklaus von der Uni Zürich.

«Entgegen der gängigen Ansicht reicht auch eine einzelne, langsame Berührung eines Sinneshaares aus, um zwei Impulse und damit das Zuschnappen auszulösen.»

Verantwortlich für die elektrischen Impulse, die zum Zuschnappen führen, sind Ionenkanäle in der Zellmembran, die geladene Teilchen aus der Zelle heraus- oder in die Zelle hineintransportieren. Gemäss den Forschern dient der neu entdeckte Auslösemechanismus der Venusfliegenfalle wohl dazu, langsame Beutetiere wie Larven oder Schnecken zu fangen