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Biografie ist kein Scherzartikel

"Kleinhirn an alle " heisst die grosse Otto-Biografie.

Otto Gerhard Waalkes schreibt in seiner soeben erschienenen Autobiografie «Kleinhirn an alle» gleich im Vorwort, eigentlich zeitlebens nichts anderes gemacht zu haben, als «zu blödeln, zu knödeln und zu jödeln». Diese Rolle hat das Leben für ihn bereitgehalten: Nach dem Abitur war er in allen Jobs grandios gescheitert, ob als Werftmitarbeiter (nicht schwindelfrei), Fotografenhilfe (zu unterfordert), Möbelpacker (zu schwach) oder Wäscheausfahrer (zu unzuverlässig). Auch das Studium der Kunstpädagogik mit der Perspektive als Lehrer: nicht wirklich was für ihn. Also bastelt er an einem musikalischen Soloprogramm, interpretiert Songs, erzählt Witze und gibt den schrägen Alleinunterhalter.

Otto ist Otto, keine Figur, keine Rolle, eine natürlich witzige Person ohne doppelte Identitäten. Mögen die glorreichen Zeiten der Ottomania auch Jahre zurückliegen, vieles ist in den komischen Kanon aufgenommen worden und wird heute ganz selbstverständlich zitiert.

In seinem Buch, mehr Erinnerungen als Autobiografie, grübelt Otto nicht dezidiert über die Gründe seines Erfolges, er dankt vielmehr in aller Bescheidenheit und Demut den Garanten: Seinem fortwährenden Glück (wird sehr oft hervorgehoben), seinem Manager Hans-Otto Mertens und seinen Autoren aus der Neuen Frankfurter Schule Robert Gernhardt, Peter Knorr und Bernd Eilert. Letzterer hat auch bei «Kleinhirn an alle» mitgeholfen.

Was Ottos Buch so lesenswert macht, ist nicht nur der differenzierende, sachliche und doch heitere Ton. Es ist auch die Verknüpfung wichtiger Lebensdaten einerseits mit Reflexionen über Besonderheiten der jeweiligen Zeit, andererseits über Begriffe wie Prominenz, Öffentlichkeit, Komik, Kunst, Gott, Fans. «Kleinhirn an alle» ist alles andere als ein Scherzartikel, sondern bietet viel Tiefgang und neben Biografie auch Kulturgeschichte und Gesellschaftsanalyse. (os)

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