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Besser schlafen mit Bach oder
Ed Sheeran

Viele Menschen hören abends Musik, um besser in den Schlaf zu finden. Mehr als 60 Prozent haben Musik schon mal zum Einschlafen gehört haben.
Der britische Musiker Ed Sheeran bei seinem Konzert im August im Letzigrund in Zürich. (Ennio Leanza/Keystone)

Der britische Musiker Ed Sheeran bei seinem Konzert im August im Letzigrund in Zürich. (Ennio Leanza/Keystone)

London (sda dpa): Viele Menschen hören abends Musik, um besser in den Schlaf zu finden. In einer entsprechenden Online-Umfrage gaben mehr als 60 Prozent der Befragten an, dass sie Musik schon mal zum Einschlafen gehört haben.

Klassik-Musik sei als Einschlafhilfe am beliebtesten gewesen, gefolgt von Rock und Pop, berichten die Forscher im Fachmagazin «Plos One». Das Team um Tabitha Trahan von der University of Sheffield hatte weltweit Erwachsene auf ihre geplante Untersuchung aufmerksam gemacht, etwa über Social Media-Plattformen wie Facebook und Twitter oder per Email. Insgesamt 651 Menschen machten schliesslich mit, die meisten stammten aus Grossbritannien.

Sie beantworteten online unter anderem an, wie oft und welche Musik sie zum Einschlafen hören, warum sie das machen und wie ihnen ihrer Ansicht nach Musik beim Schlafen hilft. 62 Prozent der Teilnehmer gaben dabei an, mindestens einmal schon Musik zum Einschlafen gehört zu haben. Insgesamt nannten die Teilnehmer 545 Komponisten, Sänger oder Instrumentalisten als beliebte Einschlafhilfen.

Bach auf Platz 1

Mit 15 Nennungen wurden Werke von Johann Sebastian Bach am häufigsten erwähnt. Passend dazu wurde von 14 genannten Musikgattungen vor allem die Klassik als schlaffördernd wahrgenommen: Fast ein Drittel der Befragten gab das an. Nach Bach folgten Pop-Sänger Ed Sheeran und Komponist Wolfgang Amadeus Mozart mit je 13 Nennungen. Brian Eno, Coldplay und Frédéric Chopin waren weitere beliebte Einschlafhilfen.

Wie die Forscher weiter berichten, litten nicht alle Befragten unter Schlafstörungen. Sie wollten durch das Hören von Musik dennoch ihre Schlafqualität erhöhen. Als weitere Gründe gaben Teilnehmer an, sich mit Musik körperlich und geistig entspannen zu wollen und sich von Gedanken abzulenken, die sie sonst am Einschlafen hindern würden. Auch Gewohnheit sowie allgemeine Leidenschaft für Musik seien wichtige Gründe.

Repräsentativ sei die Online-Studie nicht, räumen die Autoren ein. Denkbar sei etwa, dass sich vor allem Musikinteressierte für eine Teilnahme entschieden hätten. Ob und wenn ja, wie stark dieser Effekt sei, könnten sie mit ihrer Studie nicht klären. Was die Forscher wissen, ist, dass mehr junge als alte Menschen mitgemacht haben. Auch dies könne die Ergebnisse beeinflusst haben. Kritisch sei auch anzumerken, dass sie über den Erfolg von Musik als Einschlafhilfe nichts aussagen können, da eine objektive Beurteilung der Schlafqualität fehle.

Entspannung statt Medikamente

Wer an Schlafstörungen leide, habe ausser Musik zahlreiche andere Möglichkeiten, sich selbst zu helfen, sagt Schlafforscher Hans-Günter Weess vom Pfalzklinikum in Klingenmünster und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). Betroffene müssten für sich herausfinden, welche Entspannungsmethode am besten geeignet ist.

Beliebte Methoden seien etwa auch Fantasie-Reisen, anderen helfe es zu Lesen. Es gebe durchaus schon Forschungsarbeiten zum Thema Schlaf und Musik, sagt Weess. «Aber grundsätzlich ist es wichtig, dass wir weiterhin Wege aufzeigen, die eine gute Alternative zu Beruhigungs- und Schlafmitteln bieten können.»

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