Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Die Bedrohung für Zugvögel wird unterschätzt

Ein Studie zeigt, dass die Gefahren für die Zugvögel unterschätzt werden – wie auch die Zahl der bedrohten Arten.
Bruno Knellwolf
Der Buchfink gehört unter den Zugvögeln zu den häufigsten Arten. (Bild: Nana Do Carmo)

Der Buchfink gehört unter den Zugvögeln zu den häufigsten Arten. (Bild: Nana Do Carmo)

Der Oktober bietet ein faszinierendes Schauspiel: der herbstliche Vogelzug. Am Euro-Birdwatch wurde diesen Monat zum 25. Mal in 40 Ländern in Europa und Zentralasien der Vogelzug beobachtet und die Zugvögel gezählt. In der Schweiz wurden mit rund 145'000 Individuen wiederum viele Zugvögel gemeldet und Raritäten wie Rotfussfalke, Merlin und Pfuhlschnepfe beobachtet, wie der Schweizer Vogelschutz/Birdlife schreibt. Zudem wurden aussergewöhnlich viele Fichtenkreuzschnäbel und Heidelerchen gesichtet. Bestimmt werden jeweils auch die drei häufigsten Arten: In der Schweiz der Buchfink (72'883 Vögel), die Ringeltaube (21'059 Vögel) und der Star (13'843 Vögel).

Global betrachtet fliegen jedes Jahr Millionen von Vögeln aus ihren sommerlichen Brutgebieten in ihre Überwinterungsgebiete und zurück. Oft über mehrere tausend Kilometer. Die Zugvögel sind auf diesem Weg vielen Gefahren ausgesetzt. Dazu zählen – nebst schlechtem Wetter, hohen Bergen, Meer oder Wüste – die Vogeljagd, Stromleitungen oder Windenergieanlagen. Auch der Verlust von Rastplätzen und Winterquartieren ist problematisch.

«Die Langstreckenzieher sind von globalen Veränderungen wie Klima- und Landnutzungswandel besonders stark betroffen.»

Der Bruterfolg und die Entwicklung der Bestände der Zugvögel hänge nicht nur von den Umweltbedingungen in Mitteleuropa ab. Gefahren im Süden und auf dem Weg dorthin könnten die Brutpopulation negativ beeinflussen, schreiben Forscher von der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) und von der Humboldt-Universität in Berlin. Insgesamt haben sie mehr als 700 Arten langstreckenziehender Vögel betrachtet, die in Nordamerika, Europa und Asien brüten. Sie analysierten die Gefahren durch Landverlust in den Sommer- und Wintergebieten sowie die Gefahr, dass sich die Zugstrecken wegen des Klimawandels verlängern und sich damit der Energieverbrauch erhöht.

Die Gefahren sind voneinander unabhängig und schwanken je nach Kontinent stark. Dabei zeige sich, dass bis anhin zu stark auf die Brutgebiete fokussiert wurde und die Gefahren während des Flugs unterschätzt wurden. «Die Langstreckenzieher sind von globalen Veränderungen wie Klima- und Landnutzungswandel besonders stark betroffen», sagt Niklaus Zimmermann vom WSL.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.