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Balthus: Der Malerfürst mit der Katzennatur

Der Künstler Balthus ist ein unabhängiger Geist. In einer Zeit, die der Abstraktion huldigt, malt er gegenständlich in einem unverwechselbaren Stil.
Rolf App
Balthus (1908–2001) im Jahr 1948. (Bild: Irving Penn)

Balthus (1908–2001) im Jahr 1948. (Bild: Irving Penn)

Der Aufmarsch zur Medienkonferenz der grossen Balthus-Ausstellung in der Fondation Beyeler ist enorm. Ob er dem Skandalpotenzial zumindest eines Teils seines Werks geschuldet ist oder seiner Bedeutung in der Malerei des 20.Jahrhunderts, lässt sich so leicht nicht sagen. Immerhin ist auch Setsuko Klossowska de Rola angereist, seine aus Japan stammende Witwe, die sehr farbig von diesem grossen Einzelgänger der Kunst zu erzählen weiss.

Geboren wird Balthasar Klossowski am 29.Februar 1908 in Paris in eine kosmopolitische und kunstsinnige Familie polnisch-deutscher Herkunft, er stirbt am 18.Februar 2001 im Alter von fast 93 Jahren in jenem Grand Chalet in Rossinière oberhalb von Lausanne, das seine Witwe noch immer bewohnt. Das lichtdurchflutete Atelier ist seither unberührt, es atmet noch immer Balthus’ Geist, wie seine Witwe sagt, und kann nach Voranmeldung auch besichtigt werden. Die Schweiz spielt in seinem Leben immer wieder eine wichtige Rolle. Als seine Eltern sich trennen, zieht die Mutter 1916 mit ihren beiden Buben nach Bern und später nach Genf. Sie wird zur Geliebten des Dichters Rilke, der Balthus’ Talent entdeckt. Doch obwohl es sich so früh entfaltet, bleibt Balthus Autodidakt.

«Ich möchte immer ein Kind bleiben»

Mit vierzehn Jahren vertraut er einem Freund an: «Ich möchte immer ein Kind bleiben.» Der erste Verlust, mit dem Balthus konfrontiert wird, ist der Tod von Mitsou, dem Kater. Eines schönen Tages verschwindet das zahme, aber abenteuerlustige Tier und taucht nie wieder auf. Als «Roi des Chats» porträtiert Balthus sich 1935 in einem Bild, das auch in der Ausstellung der Fondation Beyeler zu sehen ist. Und immer wieder tauchen in seinen Bildern Katzen auf – Doppelgänger seiner selbst, denen er sich verwandt fühlt.

So wie diese Katzen bleibt der Künstler Balthus ein unabhängiger Geist. In einer Zeit, die der Abstraktion huldigt, malt er gegenständlich in einem unverwechselbaren Stil. Und hinterlässt dabei ein eher schmales Werk. «Es gibt nur etwa 350 Gemälde von ihm», sagt Sam Keller, der Direktor der Fondation Beyeler. «In gewissem Sinn ist der Künstler berühmter als sein ebenso wunderbares wie rätselhaftes Werk».

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