Automobil
Von wegen Dreckschleudern - mit Oldtimern ist man bald CO2-frei unterwegs

Die Forschungsanstalt Empa und die grösste Schweizer Autoimporteurin Amag prüfen den Einsatz von synthetischen Treibstoffen in alten Fahrzeugen. Statt mit Benzin oder Diesel wäre man so mit künstlichem Treibstoff aus erneuerbarem Wasserstoff und CO2 unterwegs.

Bruno Knellwolf
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Mit synthetischem Treibstoff könnten auch Oldtimer CO2-freundlich unterwegs sein. So wie dieser alte VW Käfer.

Mit synthetischem Treibstoff könnten auch Oldtimer CO2-freundlich unterwegs sein. So wie dieser alte VW Käfer.

ZVG

Der Trend ist eindeutig, man braucht sich nur die Autowerbung anzusehen. Die Fahrzeuge werden in den kommenden Jahrzehnten elektrisch unterwegs sein, wenn der Strom denn fliessen wird. Die Umstellung des gesamten Schweizer Fuhrparks wird aber noch lange dauern.

Elektrobetrieb kommt nicht infrage

Auch die Besitzer von historischen Fahrzeugen werden sich die Frage stellen, wie sie ihre Oldtimer in Zukunft bewegen wollen. Von diesen gibt es gemäss einer Studie der Swiss Historic Vehicle Federation (SHVF) rund 156'000 Veteranenfahrzeuge, die älter als 30 Jahre sind und viele etwas jüngere Oldtimer, Youngtimer genannt. Diese kommen für einen Elektrobetrieb nicht in Frage.

Eine Möglichkeit, historischen Fahrzeugen ein längeres Leben zu ermöglichen, wäre das Tanken von Synfuel. Das ist künstlicher Treibstoff aus erneuerbarem Wasserstoff und Kohlendioxid, der mit erneuerbaren Energien hergestellt wird. Das ETH-Spinn-off und Schweizer Solartreibstoff-Pionier Synhelion baut zurzeit eine weltweit erste industrielle Anlage für solare Treibstoffe in Deutschland.

Eigentlich für CO2-neutrales Fliegen gedacht

In erster Linie ist dieser synthetische Treibstoff für Flugzeuge gedacht. Die Forschungsanstalt Empa und der Automobilimporteur Amag wollen nun prüfen, ob sich Synfuel auch in alten Fahrzeugen verwenden lässt. In verschiedenen Versuchsreihen wird einerseits die Verträglichkeit von synthetischen Treibstoffen mit den Materialien und Komponenten in Oldtimern untersucht. Aber auch das Verhalten der Motoren in den für Oldtimer typischen Kurzeinsätzen und die Abgasemissionen.

Noch gibt es wenige synthetische Treibstoffe auf dem Markt

Versuchsleiter Christian Bach von der Empa ist zuversichtlich. «Theoretisch spricht nichts dagegen, dass ältere Autos mit dem neuen Treibstoff langfristig betrieben werden können. Ohne saubere Abklärungen dazu würde das neue Benzin jedoch kaum in den teilweise teuren Fahrzeugen eingesetzt.»

Aktuell werden synthetische Treibstoffe erst in kleinen Mengen produziert. Für die Forscher war es schon eine Herausforderung für ihre Tests den geeigneten Treibstoff auf dem Markt zu finden. Der Versuch der Empa und der Amag startet diesen Sommer und dauert rund ein Jahr.