Autobranche in der Krise: «Umsatz bricht ein, Fixkosten laufen weiter»

Die Coronakrise treffe den Fahrzeugmarkt hart, sagt Auto Schweiz. Die Zahlen sind im März gegenüber dem Vorjahr um 40 Prozent eingebrochen.

Philipp Aeberli
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Auch die Preisverleihung für das "Auto des Jahres 2020" am Autosalon Genf musste dieses Jahr hinter geschlossenen Türen stattfinden.

Auch die Preisverleihung für das "Auto des Jahres 2020" am Autosalon Genf musste dieses Jahr hinter geschlossenen Türen stattfinden.

Bild: Keystone

Monatlich wertet die Importeursver­einigung Auto Schweiz die Zulassungszahlen für Neuwagen in der Schweiz und in Liechtenstein aus. Die aktuellste Statistik zeigt bereits jetzt, wie drastisch die Auswirkungen der aktuellen Corona-Krise für die Branche sind. Zwar sind sowohl Auslieferungen als auch Probefahrten weiterhin möglich, sofern sie den Auflagen des Bundes entsprechend ohne Kundenkontakt durchgeführt werden. Auch die Bestellungen und viele Beratungen sind per Telefon und E-Mail möglich. Trotzdem sind die Zulassungen im März eingebrochen: 17556 Personenwagen wurden neu zugelassen, 39,4 Prozent weniger als im März 2019.

«Der Autokauf steht derzeit natürlich nicht zuoberst auf der Pendenzenliste von Frau und Herrn Schweizer. Die Wucht der ausbleibenden Bestellungen und Lieferungen wird erst im Lauf der nächsten Wochen und Monaten ersichtlich», sagt Auto-Schweiz-Sprecher Christoph Wolnik.

Nicht nur die gesunkene Nach­frage sorgt für schlechte Zahlen: Viele Hersteller mussten ihre Produktion wegen der Pandemie zwischenzeitlich stoppen. Das führt natürlich zu Lieferengpässen.

«Importeuren und Markenhändlern brechen von heute auf morgen Umsätze weg, gleichzeitig laufen die ­meisten Kosten weiter. Wir hoffen sehr, dass die Unterstützungsmassnahmen des Bundes im Bereich der Kurzarbeit und der Überbrückungskredite ihre Wirkung entfalten und so das Allerschlimmste vermieden werden kann. Immerhin sind über 225 000 Schweizer Arbeitsplätze direkt oder indirekt von der Fahrzeugbranche abhängig», sagt Wolnik.

Auch die Lieferbarkeit von Plug-in-Hybrid- und E-Autos ist stark eingeschränkt; deswegen rechnet Auto Schweiz damit, dass sich der faktische Shutdown der Autobranche nega­tiv auf den durchschnittlichen CO2-Ausstoss der Fahrzeugflotte auswirken könnte. Er darf 2020 bei höchstens 95 Gramm pro Kilometer liegen. Ein Wert, der sich nur mit einem hohen Anteil an elektri­fizierten Fahrzeugen einhalten lässt. Immerhin: Der lag im März bei 13,7 Prozent – und damit auf Rekordniveau.

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