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Aufkurbeln und abschalten

Wer genug hat von den vielen Events in den Bergen, sollte ins Schanfigg fahren.
Peter Hummel

Grosse Alpenkurorte rüsten mit Rutschbahnen, Klettersteigen und -plattformen immer mehr technisch auf, um den Sommertourismus anzukurbeln. Da müssen kleinere Orte umso erfinderischer sein, um ein exklusives Erlebnis bieten zu ­können. Dem Walserdorf Tschiertschen im Schanfigg ist vergangenen Sommer ein Volltreffer gelungen: Das Cabrio-Schnauzenpostauto gehörte zu den Topattraktionen weit über die Kantons­grenze hinaus. Der Erfolg des Berna-­Alpenpostwagens von 1947 übertraf alle Er­wartungen, über 3000 Passagiere wurden während der Sommer- und Herbstferien befördert; oft musste der 26-Plätzer Interessenten stehen lassen. Kunststück: Tschiertschen bot das erste und einzige «kursmässige» Oldtimer-Postauto an. Das Echo ist gleichwohl erstaunlich, weil es die Linie von Molinis über Tschiertschen zur Alp Farur regulär gar nicht gibt. Gut, die Alp Farur gehört zu den Hauptwandergebieten von Tschiertschen (mit Rundtour übers Joch nach Parpan), doch wer fährt denn schon zum Bahnhof Molinis – da ist man mit dem direkten Postkurs längst in Chur? Offenbar viele Nostalgiker: Die Fahrt über solch ein verlassenes Nebensträsschen mit teilweisem Naturbelag gibt es sonst kaum mehr – mit direkter Sicht zum hebelnden Chauffeur und Panoramablick durchs aufgekurbelte Faltdach. Dazu das unvergessene Röhren des Berna-Motors (das Pendant zum Saurer, im letzten Jahrzehnt auch dort produziert). Ganz klar, hier ist der Weg das Ziel.

«Oldies laufen zuverlässig wie ein Traktor»

Der Tourismusverein Tschiertschen- Praden hatte mit seiner ungewöhnlichen Linie freilich schon einen Hintergedanken: «Wir wollen unseren Gästen die sonst umständlich erreichbare andere Talseite des Schanfiggs erschliessen – den vom Winter her bekannten Sonnenhang des Hochwang und natürlich Arosa», wie Geschäftsführer Johann-Georg Bircher erklärt. Deshalb wurde auf diese Sommerferien der Kurs bis zum ehe­maligen Maiensäss Fatschel verlängert, vorbei an St. Peter mit dem markanten Kirchturm aus dem 8. Jahrhundert. An Wochenenden bringt hier eine Sesselbahn die Gäste hinauf nach Triemel in ein prächtiges Wandergebiet. Für diese Erweiterung und um der Nachfrage besser gerecht zu werden, steht diese Saison ein zweiter Oldtimer im Einsatz. Zum letztjährigen Berna von Bodensee-­Reisen in Horn kommt heuer noch ein Schnauzer von den Historischen Nutzfahrzeugen Benken. Da die bis zu 70-jährigen Oldies «zuverlässig wie ein Traktor laufen», so Bircher, sind beide im Schanfigg remisiert. Dazu wurden weitere Optimierungen vorgenommen: Durchgehender Betrieb bis Ende Herbstsaison (Mittwoch–Sonntag, in der Zwischensaison nur am Wochenende), bessere Anschlüsse an die Rhätische Bahn in Molinis und aufs Postauto in Tschiertschen, und wieder durchgehende Öffnung der Bergrestaurants Furgglis und Hühnerköpfe unter neuer Führung. Auf Alp Farur ist auch die Alpkäserei ein beliebtes Ziel; hier wie in gut einem Dutzend weiteren Betrieben wird übrigens der kleine «Verzehrbon», der bei jedem Billett dabei ist, angerechnet.

Noch nicht eingerichtet ist eine Reservierung. Wer auf dem gefragtesten Segment Tschiertschen–Alp Farur einen Platz auf (ziemlich) sicher haben möchte, dem sei empfohlen, bereits in Molinis einzusteigen – das lohnt schon das verlängerte Fahrterlebnis!

www.tschiertschen.ch – Über den tagesaktuellen Einsatz der Oldtimer erteilt das Tourismusbüro Tschiertschen telefonisch Auskunft: 081 373 10 10.

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