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Eine kleine Herbstfrische in Disentis

Ein Ausflug auf eine Sonnenterrasse könnten in den nächsten Wochen eine gute Wahl sein - zum Beispiel ins Vorderrheintal.
Urs Bader
Das Kloster überragt imposant die Hochebene von Disentis. (Bild: Mattias Nutt)

Das Kloster überragt imposant die Hochebene von Disentis. (Bild: Mattias Nutt)

Jetzt kommen dann wieder die Tage, an denen man gerne mal aus dem Nebel im Flachland in die Höhe entflieht. Ein schönes Reiseziel können dann die Sonnenhänge und Sonnenterrassen des Vorderrheintals sein, von Flims über Brigels bis nach Disentis und Sedrun. Attraktiv sind schon die Anfahrten – ob aus der Innerschweiz über den Oberalppass oder aus der Ostschweiz, ob per Bahn oder mit dem Auto.

Uns lockte es nach Disentis, der grossartigen Klosteranlage und der prächtigen Landschaft wegen.

Die barocke, kunsthistorisch herausragende Klosteranlage überragt das Dorf und die Talebene majestätisch, was die Menschen früher wohl noch tiefgreifender beeindruckt hat als uns heute. Sie ist das erstes Ziel unseres Wochenendaufenthalts. Bei der Klosterkirche stehen wir allerdings vor verschlossenen Türen, sie wird zurzeit aufwendig restauriert. Eine kleine Enttäuschung. Das hat man dann davon, wenn man vor einer Reise nicht alle Ziele im Internet schon mal besichtigt, sondern sich vom Anblick an Ort und Stelle überraschen lassen will. Eine Tonbildschau im Kloster über das Restaurierungsprojekt vermag nur halbwegs für den verwehrten Besuch der Kirche zu entschädigen, gibt aber einen beeindruckenden Einblick in das Grossprojekt, für das 15 Millionen Franken Kosten veranschlagt sind.

«Für einen himmlischen Schlaf»

Bleibt noch ein Besuch im Klostermuseum, das informativ und hell gestaltet ist. Es dokumentiert die Geschichte des Klosters, das auf die Jahre um 700 zurückgeht, und zeigt liturgische Gegenstände und religiöse Statuen, die deutlich machen, wie sehr der katholische Glaube die Talgesellschaft über Jahrhunderte geprägt hat. Das Museum macht aber auch vertraut mit Handwerkstraditionen und religiösem Brauchtum der Region und ihren naturgeschichtlichen Gegebenheiten. Unter dem Motto «Land und Leute» insgesamt eine interessante Einführung in die Gegend. Sprechendes Detail: Auf der Rückseite der Eintrittskarte für das Museum wird für die Pilgerstube des Klosters geworben: «Als erste Station oder als krönender Abschluss» – oder immer, wenn Hunger und Durst sich einstellen. Jedenfalls bietet das Kloster auch einen eigenen Wein und ein eigenes Bier an. Und es empfiehlt sich als Unterkunft mit «Hotelzimmern im 4-Stern-Standard» mit dem wohl augenzwinkernden Slogan: «Für himmlischen Schlaf».

Den Rest des Nachmittags sitzen wir auf der Terrasse eines Restaurants in der Sonne und lassen es uns wohl sein. Wir geniessen den prächtigen Blick über die Talebene, Richtung Medelserschlucht, durch die die Strasse auf den Lukmanier führt, und hoch oben auf den schrumpfenden Medelsergletscher. Aber auch die eine oder andere von der Zeit geprägte Bausünde, die sich Disentis wie mancher andere Touristenort zu Schulden kommen liess, ist nicht zu übersehen.

Unterwegs auf der «Senda Sursilvana»

Am nächsten Tag gilt das Motto «Im Frühtau der Berge...» – eine kleine Wanderung ist angesagt. Als Teil der «Senda Sursilvana», des Wanderwegs vom Oberalppass nach Chur, wandern wir auf der Sonnenseite des Tals von Disentis nach Sumvitg. Zunächst geht es an den Vorderrhein hinunter und dann immer dem prächtigen Flusslauf entlang talabwärts. Mal auf einem Flursträsschen direkt am Ufer, mal auf einem Trampelpfad über Wiesen oder durch Wald mehr oder weniger hoch über dem Wasser, dessen Rauschen einen fast immer begleitet. Wir begegnen Goldwäschern. Die Frage, ob sie schon Erfolg hatten, geht entweder im Rauschen unter oder wird von den Glücksrittern ignoriert – jedenfalls bleibt sie unbeantwortet.

Etwas weiter überrascht ein als Haus getarnter Bunker, Teil einer alten Festung. Mehr angetan haben es uns allerdings schöne alte Holzhäuser, die wir antreffen. Am Wegrand blühen letzte Blumen, deren Namen wir nicht kennen, über ihnen tanzen in der Hitze des Sonnenhangs Schmetterlinge. Nach etwa zwei Stunden erreichen wir den Bahnstation von Sumvitg-Cumpadials – Halt auf Verlangen. Die Bahn bringt uns zurück nach Disentis.

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