Allerlei Schweinisches in Ortsnamen

Das Wort «Schwein» taucht in vielen Ortsnamen auf, vor allem in Deutschland. In der Schweiz gibt es lediglich ein Schweinbrunnen BE bei Huttwil, dann ein Ebersol SG im Toggenburg und Ebertswil ZH. Denn das Wort Eber oder Sau ist ebenso oft in Ortsnamen enthalten.

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Das Wort «Schwein» taucht in vielen Ortsnamen auf, vor allem in Deutschland. In der Schweiz gibt es lediglich ein Schweinbrunnen BE bei Huttwil, dann ein Ebersol SG im Toggenburg und Ebertswil ZH. Denn das Wort Eber oder Sau ist ebenso oft in Ortsnamen enthalten. Auch der Name Barchfeld stammt vom alten Wort «Barch» für Schwein ab.

Interessantes lässt sich zu Savognin berichten, das bis 1890 offiziell Schweiningen hiess: Urkunden zeigen, dass es einst Suvaneng/Sweiningen genannt wurde und später zu Savognin/Schweiningen wurde. «Swein» hatte nichts mit Schwein zu tun, sondern war das germanische Wort für Hirt, Knecht, junger Mann. Bei anderen Quellen ist die Bedeutung des Namens unklar.

Beliebtes Schweinberg

In Deutschland wimmelt es von Ortsnamen, viele davon in Bayern: Es gibt ein Schweinebrück, Schweinfurt, Schweinshausen, Schweinheim, Schweinberg (gleich siebenmal), Schweinsberg, Schweinshaupten, Schweinsbrühl und andere. Bei Cottbus liegt die Stadt Schweinitz, der das slawische Wort «swinja» zugrunde liegt. Das Wappentier ist ein springendes schwarzes Wildschwein. Auch die Gemeinde Schweina in Thüringen ist vermutlich aus einer Schweinehütersiedlung hervorgegangen.

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass es bei all diesen Orten kein hellfarbenes Hausschwein ins Wappen geschafft hat, sondern vor allem schwarze Tiere, Eber oder Keiler, abgebildet werden, vermutlich wegen der bekannten negativen Assoziationen.

Die Furt für Schweine

Am Beispiel der Arbeiterstadt Schweinfurt lässt sich der Name weit zurückverfolgen: 791 wird der Name Swinfurt zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Er änderte sich über Suinuurde, Suinfurte, Swinvordi, Sweinvort und Sweinfurt zu Schweinfurt. Er bezeichnet eine für Schweine begehbare Furt, die Kaiser Friedrich I. Barbarossa anlegen liess, um die Strassen von Nürnberg nach Erfurt zu kontrollieren. Auch der lateinische Name Porcivadum stammt daher. Ein Schweinfurter Heimatdichter reimte folgende Interpretation: «Der Name Schweinfurt stammt genau // Der Chronik nach vonera Sau // Un' <furt>, dos stammt vom seicht'n Mee //, Da sen' die Säu nü gross un' klee.»

Im Grunde genommen müssten sich die Schweinfurter über ihren Namen ärgern. Weil in ihrer Stadt seit dem 8. Jahrhundert Weinbau betrieben wurde, hätten sie genauso gut Weinfurt heissen können. In ihrem Wappen prangt übrigens ein Adler.

Wer ein Schwein im Namen trägt, muss für den Spott nicht sorgen. So haben sich 2002 betroffene Gemeinden in ganz Deutschland im schwäbischen Schweins-point bei Wildschweinbraten à la Obelix mit Spätzle mit ihren Namensvettern getroffen und sich über die Ursprünge ihrer Ortsnamen ausgetauscht. Die Organisatorin selbstbewusst: «Schwein bedeutet schliesslich auch Glück!» Sybil Jacoby

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