Freizeit
Ab ins Grüne: Veranstalten Sie wieder einmal ein richtiges Picknick!

Ob Stadt- oder Landbewohner– beim Picknicken in Parks, am See oder am Waldrand entrinnt man dem Alltag. Etwas Inspiration für den Tag mit lieben Menschen.

Muriel Gnehm
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Die Badener Langmatt mutiert bei schönem Wetter zur beliebten Picknick-Stätte. (Archiv)

Die Badener Langmatt mutiert bei schönem Wetter zur beliebten Picknick-Stätte. (Archiv)

Alex Spichale

Parks sind ein Abbild der Stadtseele. Im Winter wirken sie verlassen. Grau in ihrem ausgebleichten Kleid. Mit dem Blühen der Bäume werden sie wieder lebendig. Auf ihren Wiesen liegen Picknickdecken, auf denen die Kleinen Purzelbäume schlagen und die Grossen sich in der Sonne aalen, nachdem sie ihre belegten Brote verdrückt haben. An besonders schönen Tagen scheint es gar, als hätten die Picknickenden ihre Wohnzimmer und Küchen in den Park verlegt. Auf den Grills brutzeln Würstchen, über dem Feuer wird das Schlangenbrot allmählich golden, während die Kinder selbst gemachten Rhabarbersirup aus bunten Bechern schlürfen, um sich danach fürs Mittagsnickerchen in den Schatten zurückzuziehen.

Früher war es lästig

Abends lösen verliebte Pärchen und Gruppen die Familien ab. Statt des Lachens von Kindern lauscht man nun Gitarrenklängen, und während die Spielsachen in den Taschen verschwinden, werden Boulekugeln und Slacklines ausgepackt.

Die passenden Picknick-Begleiter:

Bei Butlers: Picknickkorb aus geflochtener Weide für zwei Personen, Fr. 79.90 (enthalten: zwei Porzellanteller, Porzellanhenkel- becher, Besteck, Korkenzieher).
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Bei Jelmoli (ab Mitte April erhältlich): Picknickkörbe für zwei oder vier Personen, zwischen Fr. 129 und 149 (enthalten: Teller, Gläser und Besteck, Kühlfach).
Bei Manor: Picknickkorb für vier Personen, Fr. 89.90 (enthalten: vier Bambusteller, vier Plastiktrinkkelche, Flaschenöffner, eine Isolationstasche) Ab April.
Bei Fizzen: Becher und Teller mit verschiedenen Motiven der Marke Rice, bis zu Fr. 16.90 pro Stück.
Bei Transa: Picknickdecke Woodstock von Meru, schaumgepolsterte Unterseite, wasserfest, Fr. 26.90.
Bei Soeder: Wolldecke Burgundy, 100 Prozent ökologische Lammwolle, wasserdurchlässig, Fr. 89.-.
Bei Pfister: Allzwecktuch Hanna, 100 Prozent Baumwolle, Fr. 19.-.

Bei Butlers: Picknickkorb aus geflochtener Weide für zwei Personen, Fr. 79.90 (enthalten: zwei Porzellanteller, Porzellanhenkel- becher, Besteck, Korkenzieher).

HO

Picknicken ist nicht länger eine lästige Notwendigkeit wie im Mittelalter, als die Erntearbeiter draussen ihr Mittagessen verspeisten, um keine Zeit zu verlieren, und Reisende unterwegs rasteten, weil in keinem Gasthof mehr ein Platz zu finden war. Heute ist Picknicken so beliebt und weit verbreitet wie lange nicht mehr. Der Platz in den Parks wird Jahr für Jahr knapper, denn das Picknick wird in lauen Sommernächten einem Restaurantbesuch klar vorgezogen. Weil es romantischer ist, weil irgendwann der Mond über den Hügeln aufgeht, und weil man nur noch von den Grillen unterbrochen wird. Aber auch, weil es gesellig ist, gemütlicher als ein Restaurantbesuch auf harten Stühlen, und sich die Nächte unendlich in die Länge ziehen können. Und vor allem, weil man draussen sein kann, nachdem man neun Stunden die stickige Luft in den Grossraumbüros eingesogen hat. Weil man für einmal keine Mauern um sich findet und sich ganz frei fühlt inmitten der knorrigen Bäume, die beschützend ihre Arme über einen halten.

Glaubt man verschiedenen Quellen, tauchte der Begriff «Picknick» erstmals 1692 in Frankreich auf. Das Wort «pique-nique» findet sich in der Veröffentlichung von Tony Willis «Origines de la Langue Française». «Piquer» heisst dabei «picken» und «nique» steht für eine Kleinigkeit (veraltet), wobei anfangs noch nicht das eigentliche Picknick damit gemeint war, sondern ein Essen, zu dem verschiedene Personen Speisen und Getränke mitbrachten.

Bis das Picknick im heutigen Sinne populär wurde, mussten nochmals fast hundert Jahre verstreichen. Es kam erst auf, als nach der Französischen Revolution auch die breite Masse die königlichen Parks benutzen durfte und es genoss, in diesen Landschaften ausgedehnt zu picknicken. Dafür steht auch das Gemälde «The Picnic» des Künstlers Thomas Cole von 1846: Unter einem mächtigen Baum hat es sich hier eine Picknickgesellschaft in schicken Kleidern gemütlich gemacht. Ein Herr spielt Gitarre, es wird Wein ausgeschenkt, Kinder schwatzen auf einer Decke, auf dem nahen See schaukelt sanft ein Boot in den Wellen. Es sieht nach einem vergnügten Nachmittag aus.

Noch beliebter wurde das Picknick im Viktorianischen Zeitalter durch Queen Victoria, die selber gerne im Freien speiste. Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Grossbritannien dann auch der Picknickkorb erfunden, in den traditionsgemäss eine Decke, Porzellangeschirr, Silberbesteck sowie verschiedene Speisen gehörten.

Rezepte to go:

Kalifornischer Kartoffelsalat Für den Salat: 750 g festkochende Salatkartoffeln, Salz, 2 Orangen, Filets ausgelöst, 4 Stangen Staudensellerie in feine Scheiben geschnitten. Für das Dressing: 150 g Joghurt, 1 TL Senf, 1 unbehandelte Limette, abgeriebene Schale und Saft, Salz und Pfeffer aus der Mühle, ½ TL Kokosblütenzucker, 1 Handvoll getrocknete Cranberrys, 1 Handvoll Walnusskerne grob gehackt. 1. Die Kartoffeln mit Schale in Salzwasser 20 Minuten kochen. Dann abgiessen, kurz abkühlen lassen, schälen und in Scheiben schneiden. Mit den anderen Zutaten für den Salat in eine Schüssel geben. 2. Für das Dressing Joghurt mit Senf, Limettenschale und -saft vermischen. Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. 3. Das Dressing zu den Kartoffeln geben und zusammen mit den Cranberrys unterheben. Mit den gehackten Walnüssen bestreuen. (Draussen schmeckt’s natürlich besser (AT Verlag))

Kalifornischer Kartoffelsalat Für den Salat: 750 g festkochende Salatkartoffeln, Salz, 2 Orangen, Filets ausgelöst, 4 Stangen Staudensellerie in feine Scheiben geschnitten. Für das Dressing: 150 g Joghurt, 1 TL Senf, 1 unbehandelte Limette, abgeriebene Schale und Saft, Salz und Pfeffer aus der Mühle, ½ TL Kokosblütenzucker, 1 Handvoll getrocknete Cranberrys, 1 Handvoll Walnusskerne grob gehackt. 1. Die Kartoffeln mit Schale in Salzwasser 20 Minuten kochen. Dann abgiessen, kurz abkühlen lassen, schälen und in Scheiben schneiden. Mit den anderen Zutaten für den Salat in eine Schüssel geben. 2. Für das Dressing Joghurt mit Senf, Limettenschale und -saft vermischen. Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. 3. Das Dressing zu den Kartoffeln geben und zusammen mit den Cranberrys unterheben. Mit den gehackten Walnüssen bestreuen. (Draussen schmeckt’s natürlich besser (AT Verlag))

Jo Kirchherr
Marinierte Ricottakugeln 250 g Ricotta, Salz und Pfeffer aus der Mühle, ½ TL Chiliflocken, ½ Bund Schnittlauch, 2 Knoblauchzehen, 2 TL bunte Pfefferkörner, 300 ml Olivenöl, frische Feigen nach Belieben. 1. Den Ricotta in ein mit etwas Küchenpapier ausgelegtes Sieb geben und 45 Minuten im Kühlschrank abtropfen lassen. Herausnehmen und mit Salz, Pfeffer und den Chiliflocken würzen. Mit leicht feuchten Händen zu 16 Kugeln formen. 2. Die Ricottakugeln zusammen mit dem Schnittlauch, dem Knoblauch und den Pfefferkörnern vorsichtig in ein verschliessbares Glas füllen. Mit dem Olivenöl bedecken und 3 Tage im Kühlschrank stehen lassen. Darauf achten, dass alles «unter Öl» ist. Wer will, kann Feigenschnitze dazugeben. 3. Dann kann man den Ricotta super mitnehmen und mit oder ohne Öl auf frisches Brot schmieren. (Draussen schmeckt’s natürlich besser (AT Verlag))

Marinierte Ricottakugeln 250 g Ricotta, Salz und Pfeffer aus der Mühle, ½ TL Chiliflocken, ½ Bund Schnittlauch, 2 Knoblauchzehen, 2 TL bunte Pfefferkörner, 300 ml Olivenöl, frische Feigen nach Belieben. 1. Den Ricotta in ein mit etwas Küchenpapier ausgelegtes Sieb geben und 45 Minuten im Kühlschrank abtropfen lassen. Herausnehmen und mit Salz, Pfeffer und den Chiliflocken würzen. Mit leicht feuchten Händen zu 16 Kugeln formen. 2. Die Ricottakugeln zusammen mit dem Schnittlauch, dem Knoblauch und den Pfefferkörnern vorsichtig in ein verschliessbares Glas füllen. Mit dem Olivenöl bedecken und 3 Tage im Kühlschrank stehen lassen. Darauf achten, dass alles «unter Öl» ist. Wer will, kann Feigenschnitze dazugeben. 3. Dann kann man den Ricotta super mitnehmen und mit oder ohne Öl auf frisches Brot schmieren. (Draussen schmeckt’s natürlich besser (AT Verlag))

Jo Kirchherr

Heute wird es zelebriert

Für viele Jahre sind diese Körbe fast ganz aus den Parks verschwunden, nun kommt ihr Revival. In jedem Warenhaus gibt es in diesem Frühling mindestens ein Modell, und in Boutiquen finden sich Liebhaberstücke, die den Komfort bei einem Picknick zusätzlich steigern. Denn zu einem ausufernden Picknick gehören Weingläser genauso wie richtiges Geschirr und Besteck, damit der edle Tropfen sein Aroma entfalten kann und die liebevoll zubereiteten Leckereien entsprechend präsentiert werden.

Längst taucht man draussen in der Natur nicht mehr nur mit Take-away-Sandwiches und Salaten auf. Und in der heimischen Küche bleibt es nicht immer beim schnellen Tomaten-Mozzarella-Gemisch. Herzhaftes Kräuterbrot, Sommerrollen im Reispapier und Tomaten-Chutney – auch draussen überzeugt die gesunde, selbst gemachte, natürliche und kreative Küche (siehe Vorschläge rechts).

Und dann darf natürlich die passende Picknickdecke nicht fehlen, die zugleich flauschig, aber nicht allzu heikel sein und dazu auch noch die nächtliche Feuchtigkeit abhalten sollte. Wenn dann noch die richtigen Menschen um einen versammelt sind, die nachmittägliche Brise ihre Kraft verloren hat und die Sterne am Himmel aufleuchten, dann kann ein Picknick nur zu einem schönen Abend werden. Einem Abend, an dem der Alltag irgendwann vergessen geht.

Fünf Wege zum Picknickgenuss:

Andrea Martens und Jo Kirchherr: Draussen schmeckt’s natürlich besser Hier wird Essen in seiner ursprünglichen Form zelebriert: Selbstgemachtes wie gefüllte Zucchinipäckchen, Pizza California aus der Pfanne oder Süsskartoffelsalat mit Erdbeeren setzen der Stubenhockerei ein Ende. (AT Verlag, Fr. 24.-)
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Pia Deges: Picknickglück Ob Picknick auf der Wiese oder am Wasser, fest steht: Unter blauem Himmel schmeckt alles besser! Herzhaftes Kräuterbrot mit würzigen Dips, Sommerrollen, Schnittchen de luxe und erfrischende Limonade lassen sich leicht zubereiten und sind im Nu zum Lieblingsort transportiert. (Hölker Verlag, Fr. 29.90)
Iwan Hediger und Yves Seeholzer: Zwei Pfannen on the road Zwei Schweizer Jungköche zeigen, wie man im Campingbus mit zwei Pfannen ganz einfach vegetarische Köstlichkeiten hinzaubert. Der gebratene Reis mit Ananas oder die Kürbispuffer mit Cashewkernen lassen sich natürlich auch zu Hause nachkochen. (GU Verlag, Fr. 28.90)
Sabrina Sue Daniels: Mittagsglück im Glas Auch während der Mittagspause isst das Auge mit: Hier werden 22 Leckereien vorgestellt, von Salaten über Antipasti bis zu Desserts. Sie können alle ganz einfach zu Hause im Schraubglas gemacht und dann mitgenommen werden. Egal ob ins Büro oder zum Picknick im Park. (EMF Verlag, Fr. 14.90)
Markus Sämmer: The Great Outdoors Für all die Naturmenschen und Abenteuerlustigen da draussen: Wer fernab der Zivilisation campiert, muss sich kulinarisch zu helfen wissen. Für Grill und Campingkocher hat der Koch Markus Sämmer 120 Rezepte zusammengestellt, die einfach vor- und zubereitet werden können. (U Verlag, Fr. 47.90)

Andrea Martens und Jo Kirchherr: Draussen schmeckt’s natürlich besser Hier wird Essen in seiner ursprünglichen Form zelebriert: Selbstgemachtes wie gefüllte Zucchinipäckchen, Pizza California aus der Pfanne oder Süsskartoffelsalat mit Erdbeeren setzen der Stubenhockerei ein Ende. (AT Verlag, Fr. 24.-)

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