«Freak-Shakes»: 3500 Kalorien in einem Glas

Ein Kindertraum wird wahr! Die pompösen, extrem farbenfrohen Freak-Shakes schaffen den Durchbruch.

Deborah Gonzalez
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Im Helvti Diner in Zürich gibt es verschiedene Nasty Shakes zur Auswahl. Künftig soll man seinen Shake auch selbst zusammenstellen können.
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Bunt, extrem und viele Kalorien: Bei den Freak-Shakes gilt immer das Prinzip mehr ist mehr.
Ob süss oder salzig: Bei den Freak-Shakes ist alles erlaubt.
Bunt und extrem: So sehen die Freak-Shakes aus.
Von Donuts über Schokostreusel und Marshmallows: Hauptsache bunt.
Ganze 3500 Kalorien kann ein Freak-Shake haben.
Ein Monatsspecial im Helvti Diner: Nasty Shake mit churros.
Im Helvti Diner gibt es auch vegane Nasty Shakes.

Im Helvti Diner in Zürich gibt es verschiedene Nasty Shakes zur Auswahl. Künftig soll man seinen Shake auch selbst zusammenstellen können.

Bild: Helvti Diner

Sie sind schön, bunt, sehr süss und perfekt. Perfekt für ein Foto auf Instagram. Die Foto-Internetplattform hat die Freak-Shakes bekannt gemacht. Ein Glas voller Leckereien. Milchshake, Donuts, Schokoladensauce – eins über dem anderen: und das in einer Zeit, in der gesunde Ernährung und das eigene Körperbewusstsein ganz oben auf der Liste stehen. Die Zuckerbombe ist ein klares Statement und ein Trend, der aus Australien nach Europa übergeschwappt ist und sich hierzulande immer mehr ausbreitet.

Diverse Restaurants, vorzugsweise amerikanische Diners, in der ganzen Schweiz bieten die Shakes bereits an (siehe Box). Das «Helvti Diner» in Zürich gehört zu den Vorreitern. «Wir bieten unsere ‹Nasty-Shakes› seit drei Jahren an, und sie sind sehr beliebt», sagt Diner-Chef Christian Kramer. In Europa gebe es erst wenige Restaurants oder Cafés, die diese Art Dessert anbieten, da es nicht zu deren Konzept passe.

Von Gummibärchen über Salzstangen bis zu Schokolade

Doch was sind das für Shakes? Ein Rezept gibt es dafür nicht. Nur der erste Schritt ist festgelegt: Man nehme ein Glas und fülle es mit Milchshake mit beliebigem Aroma. Danach gelten ­keine Regeln mehr, als Dekoration ­erlaubt ist von Gummibärchen über Salzstangen bis zu Schokolade und Donuts alles. Immer nach dem Motto: Je mehr, desto besser. Manche kleben Smarties an den Glasrand, andere ­tunken Marshmallows in den Shake oder lassen Schokosauce aussen herunterlaufen.

Bilder auf Instagram zeigen Beispiele in allen Formen und Farben. Unter den Namen #freakshakes und #monstershake zeigt die Internetplattform Zehntausende Treffer an. «Die Leute lieben die Shakes», sagt Diner-­Chef Kramer. Das, obwohl sie wahre Kalorienbomben sind. Ganze 3500 Kalorien kann so ein 0,3-Liter-Shake haben.

Das entspricht knapp elf Burgern oder drei kleinen Nutellagläsern. Das ist mehr als der eigentliche Tagesbedarf. Frauen sollten um die 1900 Kalorien zu sich nehmen und Männer um die 2500. «Die Shakes werden von allen Altersgruppen konsumiert, aber tendenziell sind es Leute zwischen 16 und 25 Jahren, die unsere Shakes bestellen», sagt Kramer.

In diesem Altersdurchschnitt befindet sich auch die 22-jährige Soraya, die immer mal wieder einen Freak-Shake bestellt. «Einmal im Monat gönne ich mir so einen Shake. Das ist dann sozusagen mein Extrem-Cheatday – der Tag, an dem alles erlaubt ist», sagt sie. Allein schaffe sie so einen Shake aber nicht. So ist das bei vielen der Konsumenten, bestätigt der Helvti-Chef.

«Es gibt aber Gäste, die sich übernehmen», sagt Kramer. Food­waste? Es kommt vor, dass sie Reste wegschmeissen müssten, aber zu zweit schaffe man den Shake in der ­Regel. Allein für ein schönes Foto habe noch keiner den 40 Zentimeter hohen Nasty-Shake bestellt, beteuert Kramer. «Sie werden aber fotografiert. Die Shakes sind ja auch etwas sehr Speziel­les.» Das Diner präsentiert ­immer wieder selbst Fotos der Krea­tionen.

Die Kombination süss und salzig ist bei den Kunden sehr beliebt

Wer im «Helvti Diner» einen Nasty-­Shake bestellen will, kann ihn künftig auch selbst zusammenstellen. Zur Auswahl steht all das, wovon man allein vom Hinschauen einen Zuckerschock bekommen könnte: Haribo, Milka Daim, Oreo, Süssigkeiten, Zuckerwatte, Kekse und mehr. Preislich startet der Shake bei 9.50 Franken, je nach Zutaten beziehungsweise Toppings kann er bis zu 17.50 Franken kosten.

Im Helvti Diner in Zürich kann man sich demnächst einen eigenen Nasty Shake in fünf Schritten zusammenstellen.

Im Helvti Diner in Zürich kann man sich demnächst einen eigenen Nasty Shake in fünf Schritten zusammenstellen.

Bild: Helvti Diner

In jedem Restaurant gibt es verschiedene Variationen und Interpretationen des Shakes. Bei der Kette ­«Wonderwaffel» gibt es beispielsweise solche mit Eiskugeln, die über die verschiedenen Toppings gelegt werden. «Das Getränk ist vor allem im Sommer sehr beliebt», sagt ein Mitarbeiter. Gross und voll sind sie auch hier: «Man kann so viele Zutaten addieren, wie man möchte.» Sollte ein Freak-Shake trotzdem nicht explosiv genug sein, hat der Chef des «Helvti Diner» einen «Geheim»-Tipp: Pommes zum Shake. «Die Kombination salzig und süss ist sehr gefragt.»

Hunger auf einen Freak-Shake?

Hier bekommt man die extremen Desserts


Die Freak-Shakes gibt es nicht nur im Helvti Diner im Bellevue oder im Stauffacher in Zürich. Die deutsche Kette Wonderwaffel etwa bietet das Dessert in Basel, Bern, Zürich und in der Mall of Switzerland in Ebikon an. Dort kostet der kleine, beliebig zusammengestellte 0,3-Liter-Shake 6.50 Franken und der grosse (0,4 Liter) 7.50 Franken. Im Aargau gibt es den sogenannten Monkeyshake im Andy’s Place in Erlinsbach. Für 9.90 Franken bekommt man hier 0,3 Liter – wahlweise auch mit Rum. Das kostet 15.50 Franken. Bei Waffle Keyfs in St. Gallen gibt es Freak-Shakes, die in Sachen Dekoration etwas kleiner ausfallen. Für 6.90 Franken bekommt man hier einen 0,4 Liter mit verschiedenen Geschmäckern wie Kinder Bueno oder Oreo. Im Burgers & Shakes im Glattpark in Opfikon kann man die Shakes auch bestellen. Hier sind sie immer 0,5 Liter und die Kosten variieren zwischen 9.90 Franken und 14.90 Franken, je nach Zutaten. Der teuerste Freak-Shake besteht aus Baileys und Rum. (dgo)