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10 Fragen zu Ostern – kennen Sie die Antworten?

Was hat das wichtigste Fest der Christenheit mit gefärbten Eiern und Hasen aus Schokolade zu tun? Und was hat es eigentlich mit dem Osterlachen auf sich?

Daniel Huber
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was hat es mit den Osterbräuchen auf sich?

was hat es mit den Osterbräuchen auf sich?

Schweiz am Sonntag

1) Auf welchen Tag fällt Ostern?

Dieses Jahr fällt der Ostersonntag auf den 27. März. Das ist ziemlich früh; der frühst mögliche Termin ist nämlich der 22. März; der späteste der 25. April.

Letztes Jahr kam der Osterhase am 5. April, 2014 sogar noch später: am 20. April. Dieses kalendarische Hin und Her hat seinen Grund darin, dass Ostern ein sogenanntes bewegliches Fest ist, das heisst, es fällt nicht jedes Jahr auf dasselbe Datum wie zum Beispiel Weihnachten.

Warum ist das so? Kreuzigung und Auferstehung Jesu, so überliefert es die Bibel, ereigneten sich während des jüdischen Pessach-Fests. Die junge christliche Kirche koppelte daher Ostern terminlich an Pessach. Da der jüdische Kalender den Frühlingsbeginn anders berechnet als der christliche, fallen heute Ostern und Pessach nicht mehr unbedingt zusammen. Zudem führten die westlichen Kirchen den Gregorianischen Kalender ein, darum weicht ihr Osterdatum von jenem der Ostkirchen ab.

Wann ist nun aber Ostern? Die Regel besagt: Es ist der Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Dieser fällt frühestens auf den 21. März – zumindest für die Kirche; astronomisch kann der Frühling auch schon mal am 20. oder gar 19. März beginnen. Damit ist der 22. März das frühstmögliche Datum für den Ostersonntag. Dieses Ereignis tritt freilich selten ein: Letztmals war es 1818, das nächste Mal wird es erst wieder im Jahr 2285 sein. Insgesamt gibt es vom 22. März bis zum 25. April 35 mögliche Ostertermine; am häufigsten fällt der Ostersonntag auf den 19. April.

Der frühst mögliche Termin für Ostern ist der 22. März; der spät möglichste der 25. April. " Judihuiii" jetzt kommt der Frühling

Der frühst mögliche Termin für Ostern ist der 22. März; der spät möglichste der 25. April. " Judihuiii" jetzt kommt der Frühling

2) Woher kommt das Wort «Ostern»?

In vielen europäischen Sprachen – die slawischen einmal ausgenommen – erinnert der Name für Ostern an das jüdische Pessach-Fest: Von Albanisch pashkët über Französisch Pâques und Niederländisch Pasen bis zu Italienisch Pasqua – immer steckt das aramäische Wort pas-cha drin.

Nicht aber im Deutschen und Englischen: Ostern und Easter stammen vermutlich vom altgermanischen Wort Austro für «Morgenröte»(verwandt mit lat. aurora und altgriech. Eos), das zugleich für die Himmelsrichtung Osten und vielleicht auch für ein germanisches Frühlingsfest stand.

Oft ist zu lesen, Ostern sei von einer germanischen Frühlings- oder Fruchtbarkeitsgöttin namens Ostara abgeleitet. Deren Existenz ist jedoch eher zweifelhaft. Möglicherweise stand aber auch das Altnordische austr Pate: Es bedeutet «das Begiessen» und soll sich über das Taufritual mit Ostern verbunden haben, da früher vorzugsweise am frühen Ostermorgen getauft wurde.

Ostern und Easter stammen vermutlich vom altgermanischen Wort Austro für «Morgenröte» Morgenröte über dem Friedlisberg

Ostern und Easter stammen vermutlich vom altgermanischen Wort Austro für «Morgenröte» Morgenröte über dem Friedlisberg

Leserfoto

3) Wieso gibt es den Ostermontag?

Ein wichtiges christliches Fest, das etwas auf sich hält, hat einen zweiten Feiertag. Das gilt für Weihnachten und Pfingsten, mithin erst recht für Ostern, das höchste Fest der Christenheit. Wenn man so will, sind die zweiten Feiertage dieser drei Feste aber nur der klägliche Überrest einer längeren liturgischen Festzeit, der sogenannten Oktav, die jeweils vom Hochfest bis zum folgenden Sonntag dauert.

Theologisch steht der Ostermontag wie der Ostersonntag ganz im Zeichen der Auferstehung Jesu. Am zweiten Feiertag steht aber die Erzählung der beiden Emmaus-Jünger im Zentrum: Auf dem Weg nach Emmaus gesellte sich der auferstandene Jesus zu ihnen, den sie aber erst am Abend erkannten, als er mit ihnen das Brot brach.

4) Wann auferstand Jesus?

Am Karfreitag starb Jesus am Kreuz; von den Toten auferweckt wurde er, wie uns die Bibel lehrt, am dritten Tag. Nach heutigem Verständnis wäre das erst der Montag, nicht der Sonntag. Was stimmt hier nicht?

Die christliche Zählweise folgt aber der damaligen jüdischen, die den Anfangstag einer Frist miteinberechnete. Zählt man den Kreuzigungstag mit, findet die Auferstehung ordnungsgemäss am Sonntag statt, der dann der dritte Tag ist. Auch die Angabe «nach drei Tagen», die im Markusevangelium vorkommt, ist eher als «innerhalb von drei Tagen» zu verstehen.

Allerdings kündigte Jesus selbst im «Zeichen des Jona» an, dass er dereinst drei Tage im Grab ruhen werde: «Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Schoss der Erde sein.» Diese Ankündigung steht in der Tat im Widerspruch zu einer Auferstehung am Sonntag.

Die Grabeskirche ist dort gebaut, wo Jesus gekreuzigt worden sein soll.

Die Grabeskirche ist dort gebaut, wo Jesus gekreuzigt worden sein soll.

Keystone

5) Was ist das Osterlachen?

Fastenzeit und Karwoche waren eine ernste Angelegenheit für Klerus und Kirchenvolk. Die Frohbotschaft der Auferstehung Christi hingegen sollte fröhlich gefeiert werden. Ab dem 14. Jahrhundert förderten die Priester den Frohsinn am Ostersonntag: Der risus paschalis, das Osterlachen, schallte durch die Kirchenschiffe. Manche Priester gackerten wie die Hühner und zauberten Eier hervor, um das Volk in den Bänken zum Lachen zu bringen. Manche erzählten sogar schlüpfrige Anekdoten oder machten Handstände auf der Kanzel.

Die Reformation sah solches nicht gern. Martin Luther nannte es ein «närrisch lächerliches Geschwätz». Der freudlose Protestantismus und die Aufklärung trieben dem Kirchenvolk das Gelächter aus, und am Ende verstummte es auch bei den Katholiken. Einzig als artiges Schmunzeln über brave «Ostermärlein» überdauerte es noch eine Weile.

Ab dem 14. Jahrhundert förderten die Priester den Frohsinn am Ostersonntag

Ab dem 14. Jahrhundert förderten die Priester den Frohsinn am Ostersonntag

Bruno Kissling

6) Was bedeutet das «Kar-» in Karfreitag?

Das Geschehen, dessen die Christen am Karfreitag gedenken, ist kein fröhliches: Jesus, ihrem Glauben nach Gottes Sohn, wurde ans Kreuz geschlagen und starb. Die Trauer darüber steckt in der Vorsilbe «Kar-», die auf ein alt­hoch­deut­sches weib­liches Sub­stan­tivzurückgeht: chara bedeutet «Trauer», «Busse»; das Verb charen«klagen», «trauern» (vgl. engl. to care).

Andere Sprachen umschreiben den Karfreitag – auch «Stiller» oder «Hoher Freitag» genannt – mit den Adjektiven «gut» oder «heilig»: Auf Englisch heisst der Tag Good Friday, auf NiederländischGoede Vrijdag. In den eher vom Katholizismus geprägten romanischen Sprachen überwiegt dagegen «heilig»: Auf Französisch ist der Karfreitag der Vendredi saint, auf Italienisch der Venerdì santo.

Jesus-Schauspiel in Basel

Jesus-Schauspiel in Basel

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7) Wie kommen die Eier ins Spiel?

Eier gelten von alters her als Symbol für Fruchtbarkeit. In China verschenkte man schon vor rund 5000 Jahren bunt gefärbte Eier zum Frühlingsanfang. Für Christen ist das Ei ein Symbol für die Auferstehung: So wie Jesus bei der Auferstehung sein Felsengrab öffnete, schlüpft neues Leben aus der Eierschale. Das zum Teil kunstvolle Färben der Ostereier kam im 12. und 13. Jahrhundert auf. Rotgefärbte Eier symbolisierten dabei das Blut, das Jesus für die Menschen vergossen hatte.

Die Verbindung von Ostern und Eiern hat möglicherweise eine weitere Ursache: Während der Fastenzeit war der Verzehr von Eiern verboten, so kochte man sie und bewahrte sie auf. Bis Ostern hatte sich dann eine Menge davon angesammelt.

Wie es dazu kam, dass schliesslich ein Hase die Eier brachte, lesen Sie bei der nächsten Frage.

Rotgefärbte Eier symbolisierten im 12. und 13. Jahrhundert das Blut, das Jesus für die Menschen vergossen hatte.

Rotgefärbte Eier symbolisierten im 12. und 13. Jahrhundert das Blut, das Jesus für die Menschen vergossen hatte.

Andreas Toggweiler

8) Was hat der Hase mit Ostern zu tun?

Sogar wer in Biologie einen Fensterplatz hatte, weiss genau, dass Hasen keine Eier legen. Verschiedene Theorien versuchen, die wunderliche Verbindung der Langohren mit dem Osterfest und den gefärbten Eiern zu erklären. So sollen ungeschickte Bäcker den Osterhasen unfreiwillig geschaffen haben, weil ihre traditionellen Osterlämmer aus Teig eher wie Hasen aussahen.

Als eierbringender Osterhase ist Meister Lampe ohnehin erst seit gut zweihundert Jahren zugange. Vorher waren andere Tiere dafür zuständig: In Sachsen, Bayern und Österreich hatte der Hahn die Eier gebracht, in Thüringen und im Elsass der Storch, in Hessen der Fuchs und in der Schweiz der Kuckuck.

Sicher ist, dass der Feldhase, Lepus europaeus, aufgrund seiner phänomenalen Reproduktionsrate schon seit eh und je als Symbol für Fruchtbarkeit herhalten musste. In der Antike war er eines der Tiere, die der Liebesgöttin Aphrodite geweiht waren. Ebendiese ihm unterstellte Lüsternheit machte ihn aber lange der Kirche verdächtig, die in ihm den heidnischen Fruchtbarkeitskult verdammte und ihn als Anstifter zur Unzucht brandmarkte.

Erst seit rund 200 Jahren bringt der Hase die Ostereier. Vorher waren andere Tiere dazu zuständig. Frohe Ostern !

Erst seit rund 200 Jahren bringt der Hase die Ostereier. Vorher waren andere Tiere dazu zuständig. Frohe Ostern !

9) Was passiert mit den Schoggi-Hasen?

Um es gleich zu sagen: Unverkaufte Schoggihasen werden nicht recycelt – wohl aber das Gerücht, dass sie eingeschmolzen werden und dann in der Weihnachtszeit als Schoggi-Samichläuse wieder in den Regalen stehen. Das ist aber ein Märchen, das jedes Jahr wieder aufgewärmt wird. Denn: Die Schoggihasen sind aufwendig verpackt; es wäre ein logistischer Alptraum und überdies unwirtschaftlich, sie wieder einzusammeln, zu transportieren, auszupacken und einzuschmelzen.

Gleich nach Ostern setzt der Handel nicht verkaufte Hasen im Preis herunter und versucht sie auf diesem Weg noch abzubringen. Zudem gehen nicht verkaufte Osterhasen teils an gemeinnützige Einrichtungen.

Osterhasenproduktion bei Chocolat Frey in Buchs AG.

Osterhasenproduktion bei Chocolat Frey in Buchs AG.

Chris Iseli

10) Wo rollt das Osterrad hinunter?

Vor allem im Norden von Deutschland wird der Brauch des Osterfeuers gepflegt. Einerseits gilt das Feuer als ein Symbol für die Wiederauferstehung Christus, andererseit wurde das Osterfeuer früher auch dazu genutzt, den Winter offiziell zu verabschieden.

Ganz wenige Gemeinden lassen es dabei nicht bei einem Feuer bewenden. Sie lassen brennende Räder einen Hang hinunter sausen. Bei dem sogenannten Osterrad handelt es sich meistens um mit Stroh oder Reisig ausgestopfte Eichenräder, die bis zu 300 Kilogramm wiegen und noch bis zu 120 Kilogramm Stroh aufnehmen können.

Verrückt nach diesem Brauch ist die lippische Stadt Lügde im Weserbergland. Sie bezeichnet sich selber als Osterräderstadt.

Der Osterräderlauf in Lüdge

Der Osterräderlauf in Lüdge

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