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Zwischen Orwell und Agatha Christie

Lesbar Krimi
Arno Renggli

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Åsa Avdic: Isoliert.

Harper Collins. 304 S., Fr. 22.-

Im Jahr 2037 gehört Schweden als Protektorat zu einer kommunistischen Union. Diese Dystopie wählte die Schwedin Åsa Avdic als Hintergrund für ihren Erstling «Isoliert». Die Haupthandlung indes erinnert eher an Agatha Christie: Eine Anzahl Personen wird auf eine abgeschottete Insel gebracht. Dabei geht es um einen hohen Parteiposten. Die Kandidaten sollen in einem Psycho-­Experiment ihre Tauglichkeit beweisen. Als versteckte Beobachterin mit dabei ist Anna Francis, die durch humanitäre Einsätze in Kriegsgebieten berühmt und traumatisiert zugleich ist. Dann läuft das Experiment aus dem Ruder, eine Person nach der anderen wird ermordet. Doch wer ist der Mörder? Und was war das wirkliche Ziel des Experiments?

Der futuristische Hintergrund ist für die Handlung nicht ganz zwingend und dient wohl vor allem dazu, eine an Orwell erinnernde «Big Brother»-Figur zu begründen, die im Hintergrund die Strippen zieht. Die Story aber ist extrem spannend und hervorragend erzählt. Dabei glänzt sie auch mit psychologischer Tiefenschärfe, vor allem auch in Bezug auf die Hauptperson, die stark und gebrochen zugleich ist.

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Kerstin Ehmer: Der weisse Affe.

Pendragon, 264 S., Fr. 24.–

Mörderjagd im wilden Berlin der 20er-Jahre

In die Zwischenkriegszeit entführt uns die deutsche Autorin Kerstin Ehmer. Der junge Fahnder Spiro wird aus dem beschaulichen Wittenberg ins pulsierende Berlin versetzt. Den Kulturschock erlebt man hautnah mit ihm zusammen. Und sofort wird er mit dem Mord an einem jüdischen Bankier konfrontiert. Spiro taucht bei den Ermittlungen nicht nur ins nächtliche Treiben der Grossstadt, sondern lässt sich auch auf die heisse Tochter des Ermordeten ein.

Nur schon der historische Hintergrund des damaligen Berlin mit seiner ganzen sozialen Brisanz und zugleich sehr modern wirkenden Dekadenz ist die Lektüre wert. Doch auch der Kriminalfall überzeugt, mitsamt der Hauptfigur, mit welcher es öfter auch witzig zugeht. Etwas sperrig ist am Anfang die zusätzliche Erzählebene, die den psychologischen Hintergrund des Täters aufzeigt. Hier ist auch die Sprache zeitweilig etwas überambitioniert. Wohingegen die Sprache im Hauptstrang der Geschichte zu den grossen Stärken gehört.

Arno Renggli

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