Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Ausstellung von Samuel Imbach in Hochdorf: Zwischen Kitsch und Kunst

Ein Luzerner kehrt nach 30 Jahren im Exil in seine Heimat zurück. Im Kunstraum Hermann zeigt Samuel Imbach, wie man sich dem menschlichen Körper künstlerisch annähern kann, ohne konkret zu werden.
Nadine Meier
Bubble State VII, 2016, Acryl, Öl auf Leinwand, 250 x 215 cm. (Bild: Tuttiart Luzern)

Bubble State VII, 2016, Acryl, Öl auf Leinwand, 250 x 215 cm. (Bild: Tuttiart Luzern)

Fremdzuschreibungen interessieren Samuel Imbach nicht. Auch wenn manche finden, dass in seinen Arbeiten häufig eine Prise Surrealismus versteckt ist. Imbach malt einfach. Und zwar immer in Serien. Sie heissen beispielsweise «Delete, delete, delete» oder «Signs for Aliens». Einige davon hat Henri Spaeti, selbst Künstler und ehemaliger Leiter der Galerie Tuttiart Luzern, nun im Kunstraum Hermann in Hochdorf ausgestellt.

Dabei hat er mit der üblichen Ausstellungspraxis des Künstlers, jeweils ganze Serien auszustellen, gebrochen. Aus der dreissigjährigen Schaffensphase des 58-jährigen Luzerners hat er unter dem Namen «Melting borders» aus Hunderten von Werken eine Auswahl getroffen.

Diese Auswahl veranschaulicht eindrücklich die unterschiedlichen Malstile, mit denen Samuel Imbach experimentiert hat. Ausserdem ist es eine der wenigen Male, in denen der Wahl-Deutsche in der Schweiz ausstellt – seit 1984 lebt er in Düsseldorf.

Faszinierender 3D-Effekt

Schmelzende Grenzen, fliessende Übergänge: Das passt zur ­Vielfalt der ausgestellten Werke. ­Samuel Imbach interessieren amorphe, also gestaltlose Formen, die er häufig auf farbenfrohe, pastellfarbige und marmorierte Hintergründe setzt und modelliert. Durch die Farbmodulation erschafft Imbach einen faszinierenden 3D-Effekt, für den man keine Brille aufzusetzen braucht.

Beim Betrachten der Werke fühlt man sich teilweise an eine Goa-Party versetzt. Diese Assoziation mag einen zuerst verwundern; wenn man aber erfährt, dass der Exil-Künstler regelmässig Reisen nach Indien unternimmt, klärt sich dieses Rätsel schnell auf. «Indien kennt die abstrakte Kunst nicht. Trotzdem oder genau deswegen schaffen sie freie und unbekümmerte, faszinierende Abstraktionen», sagt Imbach. Die indische Art und Weise, Formen und Farben zu kombinieren, sei sehr inspirierend für seine Arbeit.

Bubble State V, Acryl, Öl auf Leinwand, 250 x 215 cm. Tuttiart Luzern

Bubble State V, Acryl, Öl auf Leinwand, 250 x 215 cm. Tuttiart Luzern

Zum Entdecken inspirieren auch die Gemälde; zahlreiche Details und Ornamente verstecken sich in den Bildern. Da gibt es goldene Nervenzellen, die an die schematischen Abbildungen aus Biologie-Büchern erinnern. Oder schwarze Ovale, die an ­Mickymaus-Ohren erinnern, ­genauso gut aber auch ein Bund schwarz-weisser Luftballone sein könnten. Oder aber ein Triangel, der womöglich als Duschbrause getarnt ist.

Das Spannende ist somit, dass man als Betrachter die Werke nicht nur als abstrakte Kunst abtut, sondern je länger, desto mehr konkrete Formen entdecken kann. Dieses Phänomen hat auch den Kurator Spaeti beschäftigt: «Samuel Imbach sucht eine Zwischenform zwischen Abstraktion, Art brut und Surrealismus.» Somit würden sich viele Mal- und Zeichensprachen vermischen. Der daraus entstandene Stil ist faszinierend, gerade auch weil er oszilliert zwischen Kitsch und Kunst.

Samuel Imbach – Melting borders – Paintings. 9. 6. bis 15. 7., Kunstraum Hermann, Hochdorf. Öffnungszeiten: Fr, Sa und So, je 15 bis 18 Uhr. Finissage: So, 15. Juli, 15 bis 18 Uhr.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.