Zweimal Malediven

Lesbar Zeitschriften 1190 Inseln, 300 000 Einwohner und mehr als 600 000 Besucher pro Jahr: Die Malediven sind schon ein besonderer Staat. Der Mann, der ihn regiert, hat sechs Jahre im Gefängnis gesessen. Jetzt aber hat der studierte Meereswissenschafter Mohamed Nasheed Grosses vor.

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1190 Inseln, 300 000 Einwohner und mehr als 600 000 Besucher pro Jahr: Die Malediven sind schon ein besonderer Staat. Der Mann, der ihn regiert, hat sechs Jahre im Gefängnis gesessen. Jetzt aber hat der studierte Meereswissenschafter Mohamed Nasheed Grosses vor. Er will den vom Erdöl völlig abhängigen Archipel bis 2020 zum ersten CO2-neutralen Staat der Erde machen. Denn sein aus flachen Inseln bestehender Staat ist von der Klimaerwärmung massiv bedroht. Steigt der Meeresspiegel wie befürchtet, dann müssen die Malediven ums Überleben fürchten. Also macht Nasheed Druck – und er geht mit gutem Beispiel voran. Die Probleme sind so gross, wie das Land schön ist. «Geo» berichtet dabei auch über jene Ecken, an die sich kein Tourist verirrt – zum Beispiel von der «Müllinsel» Thilafushi, auf die Schiffe jeden Tag mindestens 330 Tonnen Abfall bringen. Es ist, wie das Mitglied einer Umweltorganisation sagt, eine «toxische Bombe im Ozean».

Wenn wir schon einmal hier sind an der Südspitze Indiens, gleich auch noch ein Buchtip: Im Unionsverlag ist ein «Kulturkompass» für die Malediven erschienen, mit Texten, die die unterschiedlichsten Aspekte beleuchten. «Diese Inseln sind eines der Wunder der Welt», hat schon im 14. Jahrhundert der Forschungsreisende Ibn Battuta festgestellt. Der Satz gilt noch immer.

Geo, Mai 2011 Françoise Hauser (Hg.) Reise auf die Malediven, Unionsverlag, Zürich 2010, Fr. 18.90

Kosmologen-Fragen

Wie wird das Universum enden? Und endet dann auch die Zeit? Das sind Fragen, die uns nicht wirklich kümmern müssen, weil sie weit, weit nach unserem Ableben beantwortet werden. Doch interessiert den Menschen auch immer das ferner Liegende, und diesbezüglich wird er von «Spektrum der Wissenschaft» gut bedient. Die Kosmologen entwickeln nämlich bei den Untergangsszenarien eine erstaunliche Phantasie. Auch was allgemein anerkannt scheint, wird plötzlich mit Fragezeichen versehen. Zum Beispiel die Existenz sogenannter Singularitäten, bei denen sich alles auf einen einzigen Punkt konzentriert. Es kann gut sein, dass dieser Punkt kein wirklicher Punkt ist. Doch was geschieht mit der Zeit, wenn sich das Universum in die eine oder andere Richtung entwickelt? Es ist ein Thema von philosophischer Sprengkraft.

Spektrum der Wissenschaft Mai 2011 Rolf App