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Zurück zu den musikalischen Wurzeln

Am Freitag hat das sechsköpfige «Klassik plus»-Ensemble sein erstes Konzert am neuen Spielort gegeben. Musikerinnen und Musiker des Sinfonieorchesters zeigten sich im Gambrinus-Jazzclub von einer ganz anderen Seite.
Siegrun Schmidt
«Klassik plus» spielte am letzten Freitag erstmals im Gambrinus-Jazzclub. (Bild: Coralie Wenger)

«Klassik plus» spielte am letzten Freitag erstmals im Gambrinus-Jazzclub. (Bild: Coralie Wenger)

Nasskaltes Winterwetter an diesem Abend, doch die Stimmung im neuen Domizil des Jazzklubs Gambrinus an der Gartenstrasse ist entspannt. Leise ertönt gepflegter Jazz aus den Lautsprechern des bis auf den letzten Platz besetzten Lokals. Man trifft sich, plaudert, isst, geniesst seinen Drink und wartet gespannt auf das Konzert. Für diejenigen, die nur zum Musikhören gekommen sind, stehen komfortable Sofas und Clubsessel bereit.

Ein schräger Ländler

Und dann treffen sie ein, die sechs Musikerinnen und Musiker von «Klassik plus» und richten sich auf der Bühne ein. Bereits nach den ersten Takten wird es mäuschenstill im Publikum. Ziemlich schräg tönt der Ländler zu Beginn. Klarinettist Karl Baur erklärt, warum: In den berühmten «Achtundsechzigern» hätten sich Musiker am Konservatorium Zürich zu einer Anti-Volksmusikszene zusammengetan, und so klang der «Urchige Ländler» von Ueli Moser für einmal etwas ungewohnt.

Man spürt, wie im Jazzclub Musiker und Publikum ihren Spass daran haben. Als Cellistin müsse sie immer nur die Begleitung spielen, sagt Mariann Hercegh zum nächsten Programmpunkt. Darum habe sie sich Bela Bartóks rumänische Volkstänze für ihr Instrument angeeignet. Sie spielt sie dann temperamentvoll zusammen mit Claire Pasquier am Flügel.

Marc Fournel stellt ein Stück des französischen Komponisten Philipp Gaubert vor und brilliert dann mit Variationen über «Karneval in Venedig».

Melodien aus Rumänien

Mit «Looking for Roots» als Motto führten die Musikerinnen und Musiker am Freitagabend mit zusammen zwölf Pässen zu ihren musikalischen Wurzeln.

Geiger Robert Dumitrescu begeisterte das Publikum mit Tänzen aus seiner rumänischen Heimat, genauso wie später mit dem phänomenal und virtuos gespielten Stück «Die Lerche» des Komponisten Grigorias Dinicu, daneben fand er aber auch elegische Töne in einer Ballade von Ciprian Porumbescu.

Mariann Hercegh, in Ungarn und Finnland aufgewachsen, besann sich auf eine melancholische Melodie mit dem Titel «Herbst», die Komponist Gabor Lisznyai anlässlich des Ungarn-Aufstands

von 1956 komponiert hatte, und fügte noch einen ungarischen Tanz von Johannes Brahms hinzu.

Rosemary Yiameos ist Amerikanerin mit griechischen Wurzeln. Die Solo-Oboistin erinnerte mit zeitgenössischen Spieltechniken an den 101jährigen Komponisten Elliott Carter, um anschliessend ihr griechisches Temperament in einem rasanten Tanzstück auszuleben – begleitet von Robert Dumitrescu, Mariann Hercegh und Karl Baur, der inzwischen zur Handorgel gewechselt hatte. Marc Fournel benutzte dazu einen Schlüsselbund als Rhythmusinstrument.

Erfolgreich angekommen

Auch Volksmusik aus der Schweiz kam zu ihrem Recht, in einem anrührenden Appenzeller Zäuerli von Noldi Alder und einem traditionellen Wälserli. Zum Schluss riss das ganze Ensemble das begeisterte Publikum mit einer urchigen Komposition vom Schweizer Urgestein Res Gwerder zu Beifallsstürmen hin. «Klassik plus» ist höchst erfolgreich angekommen im Jazzklub.

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