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Im Diogenes-Theater geht es zurück in die Zukunft

Im Stück «Zurück auf Anfang» begegnet Alexandre seinem jungen Ich. Die beiden Hauptdarsteller philosophieren über die Zukunft und über Weichen, die sie in ihrem eigenen Leben gestellt haben.
Miriam Bächtold
Alois Ruch (links) und Pascal Dörig als alter und junger Alexandre. (Bild: Urs Bucher)

Alois Ruch (links) und Pascal Dörig als alter und junger Alexandre. (Bild: Urs Bucher)

Könnte man in seine Vergangenheit zurückreisen, würde man versuchen, in das eigene Leben einzugreifen? Würde man versuchen, die Zukunft zu ändern? Diese Möglichkeit erhält Alexandre im Stück «Zurück auf Anfang», das im Diogenes-Theater in Altstätten diesen Freitag Premiere hat. Er reist in die Vergangenheit und begegnet sich selbst an jenem Tag, an der eine wichtige Weiche für seine Zukunft gestellt wurde.

Das philosophische Stück von Eric-Emmanuel Schmitt bringt auch Alois Ruch und Pascal Dörig zum Nachdenken. Beide spielen Alexandre: Ruch den älteren, Dörig den jungen. Die beiden kannten sich vor den Proben nicht, nun verkörpern sie eine Person. «Ich spiele den jungen und naiven Alexandre, Alois den gealterten, weisen», sagt der 20-jährige Pascal Dörig. Sie hätten nie besprochen, welche gemeinsamen Charakterzüge sie darstellen wollen:

«Das entstand im Spiel. Bei jeder Probe sind wir uns ähnlicher geworden.»

Er hätte vielleicht einen anderen Beruf gewählt

Selbst nach 30 Probedurchläufen gibt es für die Hauptdarsteller immer noch Neues zu entdecken. «Je mehr man sich damit beschäftigt, desto mehr neue Gedankenstränge öffnen sich», sagt Alois Ruch. Könnte er wie sein Alter Ego in die Vergangenheit reisen, würde er seinem jungen Ich sagen, er solle mehr Selbstvertrauen haben. Dann hätte er sich vielleicht für einen anderen Beruf entschieden. «Als ich meine Ausbildung machte, ging man auf Nummer sicher. Ich hätte mir auch einen kreativeren Beruf als Kaufmann vorstellen können, aber damit wäre ich damals auf verlorenem Posten gewesen», sagt der 58-Jährige. Die Frage, ob er etwas bereue in seinem Leben, verneint er klar. «Ich habe viel Schönes und einiges Schreckliches erlebt. Bei letzterem fragt man sich, ob man es hätte vermeiden können.» Ruch gibt die Antwort selbst:

«Auch wenn man etwas anders gemacht hätte, ich glaube, man wäre trotzdem die gleiche Person geworden.»

Pascal Dörig bereut in seinem vergleichsweise kurzen Leben nichts. «Wenn ich etwas anders machen würde, dann vielleicht einfach, schon früher ein Instrument zu lernen.» Seinem jüngeren Ich würde Dörig ans Herz legen, nicht zu viel in die freie Zeit zu packen, sondern sie einfach einmal zu geniessen, etwa mit der Familie oder mit Freunden. Im Stück will Alexandre von seinem älteren Ich wissen, was ihn erwartet. «Ich bin auch so. Ich würde gerne wissen, was die Zukunft bringt. Jedenfalls die nächsten fünf bis zehn Jahre», sagt Pascal Dörig. Er würde gerne wissen, wo er in zehn Jahren steht. Ob er eine Familie mit drei Kindern hat oder in Chile als Lehrer arbeitet.

Was aber, wenn er wüsste, dass etwas Schreckliches passieren würde? Alois Ruch sagt:

«Könnte man die Zukunft ändern, würde man das versuchen. Aber der Ausgang ist danach auch wieder ungewiss.»

Er ist froh, dass er seine Zukunft nicht kennt. «Es ist wertvoller, im Moment zu leben. Die Gedanken an die Vergangenheit lösen vielleicht Bedauern aus. Die Zukunft kann man nur im Hier und Jetzt beeinflussen, indem man Entscheidungen trifft. Unsere Erfahrungen und Entscheidungen sind es, die die Weichen stellen.»

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