Zugabe: Tschüss Rum-Bumm-Bumm am Open Air St.Gallen

Bacardi zieht sich als Sponsor von allen Schweizer Open Airs zurück. Gut so: Elektro-House mit Schnaps gibt's heute in jedem zweiten Club der Stadt. 

Roger Berhalter
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Dem Bacardi-Partyzelt weint niemand eine Träne nach.

Dem Bacardi-Partyzelt weint niemand eine Träne nach.

Fabienne Engbers

Stammgäste am Open Air St.Gallen waren es sich inzwischen gewohnt: Das Bumm-Bumm, das Tag und Nacht aus dem Partyzelt des Rum-Sponsors schallte und immer wieder störte. Denn jedes Mal, wenn eine Band auf der benachbarten Sternenbühne einen Song beendete, spielten die Beats einfach weiter: Bumm-Bumm-Bumm.

Und jetzt? Ist Schluss damit. Sponsor Bacardi zieht sich aus dem Schweizer Festivalmarkt zurück. Keine Casa Bacardi mehr, nirgends, auch nicht im Sittertobel. Das haben die Open-Air-Veranstalter diese Woche verkündet – und damit an der Medienorientierung Spontanapplaus geerntet. Das Partyzelt war vielen ein Dorn im Auge. Weil es einerseits den Musikgenuss vor der Sternenbühne trübte, und anderseits: Electro-House mit Schnaps? Das gibt’s heute in jedem zweiten Club der Stadt. Dafür muss man nicht ans Open Air.

Es ist aber schon richtig, dass auch die elektronische Clubmusik im Tobel ihren Platz hat. Nächstes Jahr wollen die Festivalveranstalter einen dieser derzeit so angesagten Day Dances anbieten. Bumm-Bumm wird es am Open Air also weiterhin geben, wenigstens tagsüber. Der abgebrochenen Rum-Casa aber dürfte niemand eine Träne nachweinen.

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