Zu viel Kunstlicht

Fledermäuse sind ein guter Zeiger für den Zustand der Biodiversität. «Sie nutzen alle Lebensräume», sagt Hubert Krättli, Geschäftsführer der Stiftung Fledermausschutz. 18 einheimische Fledermausarten nutzen die Ritzen von Häusern und Scheunen, andere jagen im Wald und wohnen dort in Baumhöhlen.

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Fledermäuse sind ein guter Zeiger für den Zustand der Biodiversität. «Sie nutzen alle Lebensräume», sagt Hubert Krättli, Geschäftsführer der Stiftung Fledermausschutz. 18 einheimische Fledermausarten nutzen die Ritzen von Häusern und Scheunen, andere jagen im Wald und wohnen dort in Baumhöhlen. Ausgestorben ist nach Krättli zwar noch keine Art, aber die Dichte der Populationen gehe zurück.

Der Fledermaus grösstes Problem sind die Verbauungen von Waldrändern, aber auch die energetischen Sanierungen der Gebäude. Den Langohren macht die Lichtverschmutzung schwer zu schaffen, weil sie vom Licht vertrieben werden. Andere leiden wegen der Pestizide, die versprüht werden, während das Problem der Konfrontation mit Windkraftanlagen gelöst werden könne. Es gehe vor allem darum, intakte Populationen zu stärken, die sich dann wieder ausbreiten könnten.

Nicht nur für die Fledermäuse ist die Lebensraumqualität entscheidend: Jedes Jahr sterben in der Schweiz über eine Million Vögel, weil sie mit Glasscheiben kollidieren. Heuschrecken und Lerchen fehlen, die Bestände der Amphibien sind rückläufig. Pro Nacht verenden im Sommer etwa 150 Insekten an einer Strassenlampe, seit 1996 gibt es im Mittelland keinen Quadratkilometer mehr mit absoluter Nachtdunkelheit. (Kn.)