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Klänge mit Seesicht: Zu entdecken sind zwei Frauen und das Horn

Die Reihe «Kammermusik Bodensee» präsentiert ab morgen auf dem Lilienberg auch unbekanntere Namen und Besetzungen.
Martin Preisser
Clara Schumann war auch eine begnadete Komponistin. Bild: KEY

Clara Schumann war auch eine begnadete Komponistin. Bild: KEY

Vor 200 Jahren wurde Clara Schumann geboren – zusammen mit Franz Liszt die ganz grosse Klaviervirtuosin des 19. Jahrhunderts, Mutter von acht Kindern und Frau des unruhigen Genies Robert Schumann. Der schrieb seiner Braut 1839: «Erreiche ich nur, dass Du gar nichts mehr mit der Öffentlichkeit zu tun hättest, wäre mein innigster Wunsch erreicht.» Kurz: Das damalige Frauenbild sah Frauen als erfolgreiche Künstlerinnen nicht vor, schon gar nicht als Komponistinnen.

Doch gerade mit ihrem Klaviertrio g-Moll erweist sich Clara Schumann als raffinierte, farbig schreibende, leidenschaft­liche Tonsetzerin. Dieses Trio ist jetzt zum Geburtstag der Virtuosin, die viele romantische ­Klavierwerke uraufgeführt hat, im Schlusskonzert der diesjährigen «Kammermusik Bodensee» zu hören. Interpretiert vom Schweizer Klaviertrio, mit dem das Werk auch auf CD vorliegt und dessen Pianist Martin Lucas Staub das Festival gegründet hat. «Dieses Trio ist voll mitreissender Romantik, es fällt gegenüber anderen romantischen Trios nicht ab», schwärmt Staub von der «Frauenzimmerarbeit», als die man Werke von Komponistinnen damals abstempelte.

Unter einem Pseudonym komponiert

Eine weitere Frau ist am Festival zu entdecken, die Engländerin Rebecca Clarke. Ihre Sonate für Viola und Klavier gilt als wichtigstes Werk der begnadeten Bratscherin. Aus 72 Werken wurde die 1919 geschriebene Sonate von einer internationalen Jury ausgewählt. Clarke hatte ihr spätromantisch und impressionistisch geprägtes Werk damals unter einem männlichen Pseudonym eingereicht.

Mit der Isländerin Judith Ingolfsson kommt eine international gefragte Geigerin und Bratscherin auf den Lilienberg, die das Werk von Clarke spielen wird. Ingolfsson ist die Enkelin des Zürchers Franz Fassbind (1919–2003), der als Dramatiker, Publizist und Komponist ­tätig war. Die Geigerin wird als Schweizer Erstaufführung die Suite für Violine solo ihres Grossvaters aufführen. «(Un)bekannte Schönheiten» ist das Motto des diesjährigen Festivals Kammermusik Bodensee. Einige rare Namen zieren das Programm. Und ein Instrument steht im Zentrum, für das viel warme Kammermusik geschrieben wurde: das Horn. Mit dem berühmten Schweizer Hornisten Bruno Schneider sind Perlen von Mozart und Schumann, mit jungen Hornstudenten auch ­weniger häufig programmierte Komponisten zu entdecken.

Hinweis

30.8.–1.9., Lilienberg-Zentrum, Ermatingen; Infos: www.kammermusikbodensee.com

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