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Zu dumm für die Kunst

Dank Oliver Kühn vom «Theater Jetzt» kann jeder seinen Sinn für Kunst entdecken. In «Kunst fühlen» macht er sich im Botanischen Garten St. Gallen über den Kunstbetrieb lustig.
Christina Genova
Kunststudent Rüdiger (Oliver Kühn) gibt letzte Instruktionen, bevor das Publikum seinen neu entdeckten Kunstsinn ausprobiert. (Bild: Urs Bucher)

Kunststudent Rüdiger (Oliver Kühn) gibt letzte Instruktionen, bevor das Publikum seinen neu entdeckten Kunstsinn ausprobiert. (Bild: Urs Bucher)

ST. GALLEN. Wie ein typischer Kunststudent im 15. Semester sieht Rüdiger Gartmann wahrlich nicht aus. Er trägt weder Bart noch Hipsterklamotten, sondern ein Tenue wie ein Forstarbeiter. Er ist gekommen, um seine Klasse, sprich das Publikum, im Vortragssaal des Botanischen Gartens an den spektakulären Erkenntnissen seiner Masterarbeit teilhaben zu lassen: Rüdiger hat die Universalformel zum Verständnis von Kunst entwickelt. Eine solche tut bitter not, denn wer heute nichts zu sagen hat zur Kunst, der gehört definitiv nicht dazu.

Rüdigers Formel

«Kunst fühlen» heisst das Programm, das Oliver Kühn vom Theater Jetzt in Zusammenarbeit mit der Künstlergruppe Ohm 41 entwickelt hat – passend zu deren Ausstellung «Unkraut» im Botanischen Garten. Als Rüdiger will Kühn all jenen helfen, die glauben, sie seien zu dumm für die Kunst. Er hat alles bereitgelegt, was es zur Berechnung einer individuellen Kunstverständnisformel braucht: Massstab, Bleistift, Formelblatt, Klebstreifen. Doch zuvor gibt es ein paar YouTube-Filmchen – auf die man auch hätte verzichten können – und natürlich die glasklare Herleitung der Formel, deren Grundidee auf Leonardo da Vinci zurückgeht.

Mit der Stirnlampe zur Kunst

Es ist zum Tränen lachen, zu beobachten, wie das Publikum sich bemüht, sich auszumessen und zu berechnen, wo der eigene Sinn für Kunst sitzt. Daraufhin geht es ausgerüstet mit Stirnlampen ins Gelände, um anhand der Arbeiten von Ohm 41 die Probe aufs Exempel zu machen. Warum Rüdiger zum krönenden Abschluss noch eine als Selbstversuch deklarierte Mutprobe absolvieren muss, ist nicht ganz einsichtig.

«Kunst fühlen» ist zwar nicht wie angekündigt eine Bestandesaufnahme des Kunstbetriebs – obwohl der Stoff dazu reichlich vorhanden wäre. Doch wohl jeder im Publikum wird sich beim nächsten Museumsbesuch mit einem Schmunzeln an Rüdiger und seine Formel erinnern.

Vorstellungen: Fr, 28.8./4.9., 20 Uhr, Sa, 5.9., 21 Uhr. Reservationen unter www.theaterjetzt.ch

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