Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Sehen und gesehen werden

Das Zeppelin-Museum Friedrichshafen entführt in die Welt der Drohnen, vom Spielzeug bis zur Waffe.
Brigitte Elsner-Heller
Drohnen sind in vielen Bereichen auf dem Vormarsch, auch in der Kunst: Das Zeppelin-Museum gibt Einblicke.Bild: Zeppelin-Museum

Drohnen sind in vielen Bereichen auf dem Vormarsch, auch in der Kunst: Das Zeppelin-Museum gibt Einblicke.Bild: Zeppelin-Museum

Der Evolution gelang vor etwa 150 Millionen Jahren die «Erfindung» des Fliegens, wodurch aus Raubdinosauriern Vögel wurden, also Räuber, die aus der Luft Beute schlagen konnten. Auch wenn das Beutemachen nicht das einzige Motiv des Menschen war, es den Vögeln gleich zu tun, dürfte es neben dem wissenschaftlichen Interesse doch auch eine Rolle gespielt haben, durch die so gewonnenen Informationen Kontrolle auszuüben. Informationen schützen, sind aber auch im Kriegsfall unerlässlich.

Das Zeppelin-Museum in Friedrichshafen bietet bis 3. November mit der Ausstellung «Game of Drones» eine perspektivisch vielfältig ausgerichtete Auseinandersetzung mit Geschichte, Technik und Einsatz von Drohnen, also unbemannten Flugobjekten. Dabei reicht das Spektrum vom «Spielzeug» der Gegenwart, das nicht nur für Hobbyfotografen neue Optionen eröffnet, bis hin zu militärischen Aufklärungs- oder Kampfdrohnen.

Drohnen dokumentieren gefährdete Landschaften

Weil es dabei grundsätzlich ums Beobachten und Beobachtet-Werden geht, wird auch gezeigt, wie die Sami in Lappland mit Drohnen den Raubbau an ihrer Landschaft und Lebensgrundlage dokumentieren. Für die gesellschaftliche Relevanz stehen zudem Künstler, die sich damit auseinandergesetzt haben, wie die in der Regel unsichtbare Technologie sichtbar werden kann.

Die Ausstellung besticht bereits auf den ersten Blick durch ihre Ästhetik, die sich an das digitale (Informations-)Raster anlehnt. Kubische Elemente ordnen wie Pixel den Raum. Das Licht ist gedimmt, sodass es das Obskure und Gefährliche an der Beobachtungsstrategie unterstreicht, es damit aber gerade offen in Szene setzt.

Technikinteressierte kommen auf ihre Kosten

Klein, aber fein der historische Abriss, der bis ins Jahr 1783 zurückreicht, als der erste mit Wasserstoff gefüllte Ballon in Paris gestartet wurde. Ein weiter, aber konsequenter Weg bis heute, wo Drohnen zu wissenschaftlichen Zwecken eingesetzt werden, aber auch gezielt Sprengkörper abwerfen können. Wer sich für Technik interessiert und deren widersprüchliche «Ausstrahlung», wird mit zahlreichen Exponaten belohnt, von der filigran und harmlos anmutenden Intel Falcon 8+, einem Octocopter, der heute beispielsweise für Kartierungen eingesetzt wird oder schwer zugängliche Orte erkundet, bis hin zur grössten der ausgestellten Drohnen, dem unbemannten System Harop, einer Kombination aus Aufklärungsdrohne und Rakete. Selbst nach mehrstündigem Flug kann sie als Geschoss ins Ziel gesteuert werden.

Vorstellen möchte man sich das nicht konkret. Da hält man es lieber mit den künstlerischen Arbeiten. So erklingen etwa über Videos Klagelieder oder die Drohne tritt als metaphysischer Geist auf, als Verlängerung eigener Anschauung. Eine animistische Sicht, wie sie etwa Korakrit Arunanondchai aufzeigt, der mit der Drohne «Chantri» ein visuell-akustisches Zwiegespräch führt.

Abrichtung von Steinadlern

Geradezu von Naturphilosophie getragen wirken auch die über zwei Kanäle transportierten Videobilder aus dem schwedischen Lappland, wo Trommeln und Drohnen dem Protest dienen (Ignacio Acosta). Keine künstlerische Aktion, aber dennoch eine Kunst, ist die militärische Abrichtung von Steinadlern, die darauf trainiert werden, kleinere Drohnen aus der Luft abzufangen. Zum Einsatz kommen diese «natürlichen Flugobjekte» unter anderem an Flughäfen.

Bleibt, die Drohne Claire zu erwähnen. Claire liefert Videos von aussen, «sie» fliegt um das Zeppelin Museum. Was der Quadrocopter so alles beobachtet hat, kann im Video verfolgt werden. Wir sehen und werden (potenziell) gesehen. Eine spannende Sache.

Hinweis

«Game of Drones»: bis 3. 11.; 
Infos: zeppelin-museum.de

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.