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Architekturbücher: Zeig mir deine Fenster, und ich sag dir den Stil

Zwei Publikationen zur Architektur liefern neue Einsichten: Turit Fröbes Bestimmungsbuch für die Baustile des 20. und 21. Jahrhunderts geht von den Fenstern eines Gebäudes aus. Und Peter Zumthor erzählt in einem schmalen Büchlein, wie es ihm gelingt, seine Häuser mit der Geschichte eines Ortes zu verbinden.
Christina Genova
Die abgerundeten Fenster sind typisch für Bauten im «Softline-Stil» der 1970er: Der Silberturm in St.Gallen wurde 1972 von Heinrich Graf erbaut. (Bild: Mareycke Frehner, 26.7.2018)

Die abgerundeten Fenster sind typisch für Bauten im «Softline-Stil» der 1970er: Der Silberturm in St.Gallen wurde 1972 von Heinrich Graf erbaut. (Bild: Mareycke Frehner, 26.7.2018)

Aus welcher Zeit stammt dieses Gebäude? Für all jene, die sich während eines Stadtspaziergangs schon oft diese Frage stellten, liefert die Kunsthistorikerin Turit Fröbe mit «Alles nur Fassade» ein übersichtliches Bestimmungsbuch für die Baustile des 20. und 21. Jahrhunderts, vom ­Jugendstil bis in die Gegenwart. Dabei wählt sie einen verblüffenden, aber durchaus überzeugenden Ansatz: Sie geht von den Fenstern aus. Sind sie zum Beispiel gerundet, muss es sich um ein Gebäude aus den 1970ern im «Softline-Stil» handeln.

Turit Fröbe: Alles nur Fassade?, Dumont, 176 S., Fr. 24.–

Turit Fröbe: Alles nur Fassade?, Dumont, 176 S., Fr. 24.–

So einfach ist es jedoch nicht immer: Gekrümmte Fenster wurden in den 1920er-Jahren in der «Neuen Sachlichkeit» verwendet, sind aber auch in der Gegenwart wieder in Gebrauch. In einem zweiten Schritt müssen deshalb für eine Bestimmung auch das Material und die Form des Gebäudes berücksichtigt werden. Die vielen Fotos erleichtern die Arbeit. Wichtig ist der Hinweis der Autorin, dass zwar die Fenster das charakteristischste Bauglied der modernen Architektur seien, aber gleichzeitig auch das schwächste. Denn bei einer Sanierung sind es zuerst die Fenster, die ersetzt werden.

Peter Zumthor erzählt mit seinen Architekturen die Geschichte eines Ortes

Der Philosoph unter den Schweizer Architekten: Peter Zumthor. (Bild: PD, 15.9.2017)

Der Philosoph unter den Schweizer Architekten: Peter Zumthor. (Bild: PD, 15.9.2017)

Gebäude, die wie Ausserirdische in der Landschaft stehen, die nichts damit zu tun haben, was bereits da ist – eine Horrorvorstellung für den Architekten Peter Zumthor: «Ich möchte, dass meine Gebäude mit der Geschichte eines Ortes verbunden sind.» Im Gespräch mit der Architekturhistorikerin Mari Lending geht er der Frage nach, welche Rolle Geschichte, Zeit, Erinnerung und Vergänglichkeit in seinem Werk spielen. Bevor er mit einem Entwurf beginne, möchte Zumthor einen Ort betrachten, empfinden und verstehen. Dann nehme die Form, nach der er suche, in einem intuitiven Prozess allmählich Gestalt an.

Peter Zumthor, Mari Lending: Die Geschichte in den Dingen, Scheidegger & Spiess, 80 S., Fr. 24.–

Peter Zumthor, Mari Lending: Die Geschichte in den Dingen, Scheidegger & Spiess,
80 S., Fr. 24.–

Anhand des 2016 fertiggestellten Zinkminenmuseums im norwegischen Allmannajuvet erklärt er, was er mit seinen architektonischen Arbeiten bewirken will: «Ich möchte Emotionen wecken, die so stark sind, dass sie die Besucher aus dem üblichen Modus der passiven Wahrnehmung holen, sie aufrütteln und ihnen hoffentlich ein tieferes Verständnis für den Ort vermitteln.»

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