Zappen in Pipilottis Zimmer

In diesem Zimmer ist alles riesig. In Pipilotti Rists Installation «Das Zimmer» fühlen sich Erwachsene wie Kinder. Gestern hat die St. Galler Videokünstlerin sie dem Kunstmuseum St. Gallen als Dauerleihgabe übergeben.

Christina Genova
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Eine Besucherin schaltet in Pipilotti Rists Installation «Das Zimmer» mit der überdimensionierten Fernbedienung den Fernseher ein. (Bild: Ralph Ribi)

Eine Besucherin schaltet in Pipilotti Rists Installation «Das Zimmer» mit der überdimensionierten Fernbedienung den Fernseher ein. (Bild: Ralph Ribi)

ST. GALLEN. Die Beine vom riesigen, roten Sofa baumeln lassen und nach Herzenslust durch alle Kanäle zappen – das kann man seit gestern abend im Kunstmuseum St. Gallen. Dank der Installation «Das Zimmer», die von der St. Galler Videokünstlerin Pipilotti Rist als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt wird, werden Kindheitserinnerungen wach. Mit der ebenfalls überdimensionierten Fernbedienung können zwei ausgewählte Videoarbeiten der international erfolgreichen Künstlerin eingeschaltet werden.

Preisgekrönte Künstlerin

Pipilotti Rist wurde dieses Jahr der Prix Meret Oppenheim verliehen, die höchste Auszeichnung, die der Bund an Kunstschaffende zu vergeben hat. Als Videopionierin habe sie mit ihren Arbeiten voller frechem Charme dem als konzeptionell-trocken geltenden Medium Leben und Poesie eingehaucht, schreibt Nadia Schneider Willem, die Präsidentin der Eidgenössischen Kunstkommission. In der zum Preis erschienenen Publikation ist ein schönes Interview des umstrittenen Journalisten Tom Kummer mit der Künstlerin enthalten, der von ihr sagt, sie sei «masslos positiv, schamlos bunt und bedenkenlos glücklich». Heute abend wird Pipilotti Rist ausserdem in Chur der Kunstpreis der Willy-Reber-Stiftung verliehen.

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