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Zäuerli liebt Streicher

Noldi Alder hat ein neues Werk komponiert, das Volksmusik und Klassik verbindet. Die Camerata Helvetica unter Urs Schneider führt es am Freitag in Teufen auf.
Martin Preisser

Schnell zusammengestellte Crossover-Projekte mag der Urnäscher Musiker Noldi Alder überhaupt nicht. «Meist treffen sich die verschiedenen Stile dann doch nur auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner», sagt der Musiker, der wie kaum ein anderer in vielen musikalischen Welten daheim ist und als Erneuerer der Schweizer Volksmusik gilt.

Jetzt hat Alder das «Märchen vom Appenzeller Zäuerli und dem klassischen Streichorchester» komponiert. Der St. Galler Dirigent Urs Schneider, dessen Markenzeichen immer auch das Engagement fürs zeitgenössische Schweizer Musikschaffen war, hat das Märchen in Auftrag gegeben und hebt es mit der Camerata Helvetica aus der Taufe.

«Beide Stile ernst nehmen»

So leicht, wie es scheint, setzt Noldi Alder da nicht einfach zwei Stile zusammen. «Ich kenne die Jodelszene seit langer Zeit. Beim Zäuerli sind stimmlich alle völlige Individualisten», weiss der Urnäscher Musiker. «Der Naturjodel ist ein gesetzloses Gebiet, nie darf man den Stolz des Zäuerli-Sängers verletzen.» Alder hat sein Märchen so komponiert, dass sowohl die Jodler wie die klassischen Streicher zu ihrem Recht kommen. Jeder lässt dem anderen im Stück jeweils den Vorzug. «Ich muss beide Stile absolut ernst nehmen, nur so können sie sich dann wirklich begegnen.»

Dirigent Urs Schneider ist vom Werk begeistert. «Noldi Alder geht in diesem Stück, das fast eine Art Einakter ist, mit beiden Stilen durch ganz verschiedene Stimmungen. Es ist ein Märchen, in dem sich beide, die Jodler und die Streicher, am Ende finden.» Das Zäuerli vergleicht Noldi Alder mit Bach. «Der Jodel ist ohne Bach gar nicht denkbar», stellt er eine musikgeschichtliche These auf. Und: «Sowohl Bach wie das Zäuerli kann man bei jeder Gelegenheit brauchen, sei es bei einer Hochzeit oder einer Beerdigung.» Naturjodel ist für Alder die Plattform, Ungesagtes auszusprechen. «Jodel hat viel mit Dialekt zu tun. Wichtig ist bei einem Zäuerli nicht, wer es geschrieben hat, sondern wer es pflegt. »

Gegenseitig befruchten

Urs Schneider war vom Zäuerli immer schon fasziniert, von seiner Feierlichkeit und Ernsthaftigkeit. «Es ist eine einmalige Ausdrucksform.» Und er erzählt vom grossen Einfluss der Volksmusik auf viele klassische Komponisten. «Noldi Alder hat Musik geschrieben, bei der sich keiner verleugnen muss. Es ist ihm eine Symbiose gelungen, bei der sich die Stile gegenseitig befruchten.» Noldi Alder umschreibt sein neues Stück mit der Geschichte von Heidi, die in die Stadt geht und viel Neues entdeckt. «Der Jodler lernt sehr viel, wenn er mit klassischen Musikern zusammenkommt und umgekehrt ebenso.»

Bei der Liebesgeschichte zwischen beiden Stilen hat es jedenfalls bereits gefunkt: «Ich sehe bei den Proben nur fröhliche Gesichter. Noldi Alders Stück bringt Menschen zum Schwingen, zum Singen und zum Klingen», schwärmt Dirigent Urs Schneider, der neben Alder Musik von Bach, Mozart und Tschaikowsky aufs Programm gesetzt hat.

Konzerte: Fr, 14.9., Grubenmann-Kirche Teufen, 20 Uhr; Sa, 15.9., Grubenmann-Kirche Ebnat, 15 Uhr; So, 7.10., evang. Kirche Urnäsch, 18.30 Uhr

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