Wüstensand aus Kroatien

Hörbar Rock

Drucken
Teilen

picture-1845503143-accessid-333645.jpg

Cojones:

Resonate (PDV Records)

Welche faszinierenden Blüten aus trockenem Wüstensand wachsen können, zeigt die kroatische Stoner-Rock-Band Cojones auf ihrer dritten Platte «Resonate». Das Quartett (Gordan Tomic, Gesang und Bass; Bojan Kocijan, Gitarre und Gesang; Nenad Mandic, Gitarre; Stanislav Muškinja, Schlagzeug) aus Zagreb serviert ein packendes Werk voller groovender Gitarren- und Bassläufe, treibendem Schlagzeug und verhalltem Gesang, dem es allerdings gelegentlich an Ausdruck fehlt. Dass Cojones ihre Wurzeln nicht ausschliesslich im Wüstensand haben, sondern ihr Sound auch in anderen Rock-Spielarten Nährboden findet, macht das Album umso spannender.

picture-1845503157-accessid-333646.jpg

The Doors:

London Fog 1966

(Rhino/Warner Music)

Perle aus den Doors-Anfängen

Kommende Woche feiert eine der einflussreichsten Platten der Rockgeschichte ihr 50-Jahr-Jubiläum: «The Doors», das Début­album der Doors, auf dem unter anderem die Songs «Light My Fire», «The Crystal Ship» und «The End» zu finden sind. Zum Auftakt der aus diesem Anlass 2017 geplanten Veröffentlichungen erscheint bereits jetzt eine Perle aus den Archiven, welche die frühesten bekannten Aufnahmen der Gruppe überhaupt enthält: Ein Livemitschnitt aus dem Jahr 1966 im «London Fog», einer Bar am Sunset Strip in Los Angeles, in der die Doors in ihren Anfangstagen eine Zeitlang jeden Abend vier Konzerte spielten. Für längere Auftritte war ihr Repertoire damals noch zu klein.

Die Aufnahme dokumentiert eindrücklich, wie die Band um Sänger Jim Morrison zu jener Zeit noch ihren eigenen Stil und Charakter sucht. Das Set – insgesamt sieben Tracks – besteht aus Covers von Blues- und Rock ’n’ Roll-Nummern (etwa «Rock Me» von Muddy Waters, «Don’t Fight It» von Wilson Pickett oder «Lu­cille» von Little Richard) sowie aus zwei eigenen Songs. ­«Strange Days» (vom gleichnamigen, im September 1967 erschienenen zweiten Album) liegt bereits in der praktisch fertigen Version vor, «You Make Me Real» (1970 auf «Morrison Hotel» veröffentlicht) ist hingegen noch etwas ungeschliffener. «London Fog 1966» erscheint bei Rhino/Warner Music in einer schönen, auf 18 000 Exemplare limitierten Box mit CD und 10-Vinyl sowie mit Bildabzügen und anderen Sammlerstücken.

David Gadze