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Wo Bilder sprechen können

In «Der Radscha, die Hände voller Smaragde» zeigt Felix Stickel Bilder, die sich durch fein gesponnene Farb- und Motivdialoge auszeichnen. Zu sehen ist die Ausstellung im Architektur-Forum Ostschweiz.
Dorothee Haarer
Felix Stickels Spiel mit Gesichtern. (Bild: Ralph Ribi)

Felix Stickels Spiel mit Gesichtern. (Bild: Ralph Ribi)

Felix Stickel deutet auf ein abstraktes Bild an der Wand. Es heisst «Der Katzengang», misst 140×100 cm und ist mit Öl, Kohle und Aquarell auf Leinwand gemalt. Der erste Entwurf dazu entstand bereits vor langem. Zunächst flüchtig mit Kugelschreiber. Und winzig. Kaum grösser als ein Fünfliber. «Danach habe ich diese Skizze im Atelier zur Seite gelegt, sie immer wieder betrachtet, bis ich sicher war, dass und wie ich sie malen wollte», erklärt Stickel, der 2011 und 2015 Werkbeiträge gewonnen hat, den Entstehungsprozess.

Form und Inhalt fliessen ineinander

Das Vorgehen ist typisch für den gebürtigen St. Galler. Seine Werke bauen auf Geschichten – besser: Bildquellen – auf, die im Wechselspiel stehen und sich langsam ausweiten. Stickel selbst spricht auch von «Bilddurchkreuzungen». Da geschieht es, dass eine alte Fotografie aus dem Familienfundus, ein persönliches Erlebnis und Anregungen aus den Medien zu einem Bild zusammenfliessen. Ein Beispiel dafür ist das farbgewaltige, abstrakte Werk «Der Radscha, die Hände voller Smaragde», das auch den Ausstellungstitel liefert. «Ich beginne bei einer Arbeit immer sehr privat. Im Weiteren ziele ich darauf ab, dass etwas Allgemeingültiges darin steckt.» So erklärt sich die intensive Vorarbeit zu jedem Werk. Stickel lacht: «Alle Bildkonzepte dieser Ausstellung liegen schon lange in meinem Atelier, dann aber habe ich alles aus einem Guss in wenigen Wochen gemalt.»

Vielleicht liegt es genau daran, dass die Arbeiten im Architektur Forum solch besonderen Reiz entfalten. Das Gemeinschaftliche ihres Entstehens ist spürbar. Ein stimmiges Zusammenspiel. Das kommt zum einen durch korrespondierende Farben. Stickels Rot-, Blau- und Ockertöne finden sich mehr oder weniger konzentriert auf jeder Leinwand. Sie verbinden die Werke quer durch den Ausstellungsraum. Neben den Farben nehmen auch die Bildsujets einen leisen Dialog zueinander auf.

Ein Dialog der Bilder

Im Bild «Kushtia» gleich neben der Eingangstür ist eine Menschenmenge zu sehen. Es sind Gestalten, die fast durchlässig wirken, da sie ohne Umrisslinien auf der Leinwand plaziert sind. Ihre gleichtönig braunen Gesichter hat der Künstler plastisch herausgearbeitet, doch die Augen sind leer. Weisse Flecken, die gerade dadurch den Betrachter umso eindrücklicher zu fixieren scheinen. An der Stirnwand hängt das Werk «Fasnacht». Hier gibt es erneut Gesichter zu sehen. Doch diesmal verschiedene: maskenhafte Fratzen, helle Flächen oder farbige Ovale mit angedeuteter Mimik. Das ist anders als «Kushtia» und doch nah dran: Als Gegenspieler, als Verstärker.

Felix Stickel hält mit solchen Werken den Betrachter in Atem. Durch Wechselspiele zwischen Farben und Geschichten, Gegenständlichkeit und Abstraktion. Und durch eine Vielfältigkeit, in der sich keine Position oder Aussage wiederholt.

Bis 30.10., Di–So 14–17 Uhr, Architektur-Forum Ostschweiz, Lagerhaus, St. Gallen

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