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Witzige Verwechslung

LESBAR Die wilde Farce, die Michael Frayn erzählt, spielt auf einer fiktiven griechischen Insel. Aber es sind nicht aktuelle griechische Zustände, die den bald 80jährigen britischen Autor interessieren.
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Die wilde Farce, die Michael Frayn erzählt, spielt auf einer fiktiven griechischen Insel. Aber es sind nicht aktuelle griechische Zustände, die den bald 80jährigen britischen Autor interessieren. Seine irrwitzige Verwechslungskomödie liesse sich, wer denn Hintergründigkeit suchte im leichthändigen Boulevardstück, als Komödie auf die menschliche Gier nach Geltung, Karriere und Sex lesen. Aber vor allem ist es ein köstliches Vergnügen, wie der Romancier und Dramatiker von zwei Männern erzählt, die neben ihren Koffern ihre Identität «verwechseln». Wobei das eine ein Zufall, das andere ein bewusster Akt des Filou Oliver Fox ist. Fox kann der attraktiven Nikki, die am Flughafen den Gastreferenten Dr. Norman Wilfred abholt, nicht widerstehen – und gibt sich als besagter Professor aus. In einer virtuosen Parallelhandlung entwickelt sich eine Kaskade an Irrtümern und absurden Situationen. Wer in der Aufregung nie die Gelassenheit verliert, ist der unbekümmerte Oliver Fox. Zuversichtlich, dass er auch diesmal aus jeder peinlichen Situation finden wird.

Michael Frayn: Willkommen auf Skios, Hanser 2012, 284 S., Fr 25.90

Sex und Lügen

Auch im Bändchen mit zwei «unziemlichen» Kurzgeschichten von Alan Bennett sind nicht alle, was sie scheinen. Die jüngst zur Witwe gewordene Mrs. Donaldson beispielsweise übernimmt für Medizinstudenten die Rolle von «Patientinnen». Und lernt dabei einiges über menschliche Anatomie und Intimitäten. Ebenso vom Studentenpaar, dass sie zur Untermiete nimmt – und die ihre Mietschuld auf «unziemliche» Weise begleichen. Für eine Frau, die sich als konventionelle Mittelklasse-Frau bezeichnet, gehörte das wohl zum «Schweinkram», wie der britische Bühnenautor Alan Bennet sein Buch betitelt. Doch seine witzige und liebevolle Gesellschaftssatire bezieht das Unziemliche weniger auf die sexuellen Spielarten im Buch, als vielmehr auf die Art und Weise, wie insbesondere in der zweiten Geschichte, «Mrs. Forbes wird behütet» getäuscht, verheimlicht und manipuliert wird. Weil alle diese Lügen oft dazu dienen, einen fragilen Zustand zu bewahren, macht es Bennett dem Leser freilich nicht einfach, sie dafür zu verurteilen.

Alan Bennett: Schweinkram – zwei unziemliche Geschichten, Wagenbach 2012, 138 S. Fr 22.90

Andreas Stock

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