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Witzige Kofferraumleiche und eine verwehrte Idylle

Buchtipp: Zwei lesenswerte Romane, in denen vieles hätte schön sein können.
Hansruedi Kugler/Erika Achermann
Horst Evers: Es hätte alles so schön sein können. Roman. Rowohlt Berlin, 272 S., Fr. 30.–

Horst Evers: Es hätte alles so schön sein können. Roman. Rowohlt Berlin, 272 S., Fr. 30.–

Makaber kann ganz schön lustig sein – wenn es einen Toten im Kofferraum zu entsorgen gibt und wenn der Erzähler Horst Evers heisst. Der deutsche Comedian sprengt das dörfliche Antiidyll mit einem knalligen, amüsanten Roadtrip, der in seinen besten Passagen an den grotesken Humor in den Filmen der Coen-Brüder erinnert. Da lungert der 17-Jährige Marco gerne vor dem Landbordell herum, aus dessen Fenster ein Rocker zu Tode fliegt und geht mit der schönen Jana und der vorwitzigen Schulfreundin Mareike auf Entsorgungstour. Dabei gehen alle Pläne komplett schief. Sie geraten an einen brutalen Rocker, der sich als cholerischer Sprachdozent erweist und bangen ein Wochenende lang um ihr Leben. Da es sich um eine Komödie handelt, werden Marco, Jana und Mareike nicht sterben. Situationskomik, ein philosophierender Grossvater und die reizende Adoleszenz-Geschichte machen den spannenden Roman zum augenzwinkernden Spass.

Die Rückkehr des Barons

Laszlo Krasznahorkai: Baron Wenckheims Rückkehr. Roman. S. Fischer, 493 S., Fr. 38.-

Laszlo Krasznahorkai: Baron Wenckheims Rückkehr. Roman. S. Fischer, 493 S., Fr. 38.-

Ein Mann, «zwischen neunzig und dem Tod», der lange im Exil in Argentinien gelebt hat, fährt zurück an seinen Geburtsort Gyula. Er will noch einmal am Ufer des Flusses unter den Trauerweiden entlangspazieren bis zum Schloss der Almássys. Aus dem Idyll wird nichts. Denn die Bewohner des Städtchens meinen, der Baron Wenckheim sei ein reicher Aristokrat. Doch er ist ein bankrotter Spieler, ein zarter Mann, dem alles zum Missgeschick wird und der einen geradezu rasenden Hass auf das heutige Ungarn entwickelt. Laszlo Krasznahorkai hat eine Passion für asiatische Denkräume, für die Gelassenheit des Seins in der Zeit. So begleitet man seinen Baron auf stundenlangen Bahnfahrten, beobachtet die Umgebung, sieht, riecht, hört mit ihm. Und wie er das macht? In Mammutsätzen über jeweils mehrere Seiten. Er fällt sich bei den Gedanken manchmal selbst ins Wort. Dabei haben seine Sätze dennoch etwas Fliessendes, teils auch Undurchdringlich-Unbewegliches. Und sie sind schön! Daran hat auch die Übersetzung von Christina Viragh wesentlichen Anteil. 2015 erhielt Krasznahorkai den internationalen Man-Booker-Preis.

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