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Wirbel um Verkauf von Epper-Museum

Das einstige Wohnhaus des St. Galler Expressionisten Ignaz Epper in Ascona soll an das benachbarte Luxushotel veräussert werden. Dagegen regt sich Widerstand: 1000 Unterschriften wurden gesammelt.
Gerhard Lob, Ascona
Das Museum Epper, rechts die Einfahrt zum Hotel. (Bild: Gerhard Lob)

Das Museum Epper, rechts die Einfahrt zum Hotel. (Bild: Gerhard Lob)

Der St. Galler Ignaz Epper (1892–1969) gehört zu den berühmtesten Expressionisten der Schweiz. Bekannt sind vor allem seine Holzschnitte mit düster und knochig wirkenden Porträts. Ab 1932 lebte Epper mit seiner Ehefrau Mischa, einer holländischen Adeligen und ebenfalls Künstlerin, in Ascona. Nach dem Freitod ihres Mannes schuf Mischa eine Stiftung und ergänzte das Wohnhaus um einen Anbau. Seit 1980 ist das Anwesen als Museo Epper der Öffentlichkeit zugänglich und hat sich zu einem kleinen Kulturzentrum entwickelt, das nicht nur das Werk der Eppers pflegt, sondern sich auch anderen, vorwiegend lokalen Künstlern öffnet.

Doch damit dürfte bald Schluss sein. Die Stiftung Epper hat entschieden, das Haus an das benachbarte Luxushotel Eden Roc zu veräussern. Es soll restauriert werden und als Event-Location dienen. Stiftungsratspräsident Maurizio Checchi, Vize-Gemeindepräsident von Ascona, sieht keinen anderen Weg:

«Die Stiftung ist praktisch pleite – wir haben noch 20000 Franken auf dem Konto.»

Der Ankauf des Hauses Epper durch das Hotel in Höhe von 4 Millionen Franken sei ein Glücksfall. Das Werk Eppers soll in ein Gebäude im Dorfkern überführt werden, das man sich dann mit der Stiftung des Bühnenbildners und Malers Rolf Gérard (1909–2011) teilt.

Ausschlaggebend ist, wer investieren will

Empört ob dieser Pläne ist der Locarneser Kunstsammler und Önologe Mario Matasci. Er hat den Appell «Rettet das Museum Epper» lanciert, den mehr als 1000 Personen unterschrieben haben. «Das ist eine Entweihung dieses Ortes», sagt Matasci und erinnert daran, dass sich Epper im Garten des Hauses das Leben genommen hat. Vor allem aber sei der Verkauf nicht mit dem Stiftungszweck vereinbar, der darin bestehe,

«das künstlerische Werk von Ignaz Epper und Mischa Epper zu bewahren, zu pflegen und im Haus Epper zugänglich zu machen».

Für fragwürdig hält Matasci auch die Vermengung von zwei Stiftungen.

Unterstützung erhält er aus der Deutschschweiz. Die Präsidenten der Hans-Erni-Stiftung und der Erica-Ebinger-Leutwyler-Stiftung schreiben in einem offenen Brief, dass die Verkaufsabsicht dem schriftlich niedergelegten Willen von Mischa Epper widerspreche, wonach der künstlerische Nachlass einzig im Epper-Haus der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werde. «Das Museo Epper muss die Chance wahrnehmen, zu einem Haus für expressive Schweizer Kunst der Zwischenkriegszeit zu werden.»

Maurizio Checchi lässt sich davon nicht beeindrucken. Am Ende sei ausschlaggebend, ob jemand bereit sei, zu investieren. Die Gemeinde Ascona jedenfalls wolle keine öffentlichen Gelder bereitstellen. «Beide Stiftungsräte – Epper und Gérard – haben daher einstimmig der Operation zugestimmt», sagt Checchi. Eineinhalb Jahre habe man an dieser Lösung gearbeitet, zusammen mit der Aufsichtsbehörde der Stiftungen. Diese muss noch offiziell ihren Segen geben.

Für das Hotel Eden Roc ist der Deal beschlossen.

«Wir freuen uns, im April 2020 das wunderbare Haus Epper in unser Hotel Eden Roc integrieren zu dürfen»

, sagt Marketing-Chefin Rahel Rohner. Ziel sei, «die magische Atmosphäre dieses kleinen Künstlerhauses mit seinem Garten zu erhalten». Ob das Epper-Haus künftig externen Besuchern offensteht, ist noch nicht klar.

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