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Wirbel um den neuen Luzerner «Tatort»

Der im KKL gedrehte neue Luzerner «Tatort» soll bei einer Testvorführung schlecht angekommen sein. SRF dementiert und verweist zudem auf die besondere Produktionsweise des Films.
Arno Renggli
Stefan Gubser und Delia Mayer im KKL-»Tatort» als Kommissare Flückiger und Ritschard. (Bild: SRF)

Stefan Gubser und Delia Mayer im KKL-»Tatort» als Kommissare Flückiger und Ritschard. (Bild: SRF)

Steht die 13. Folge des Luzerner «Tatort» mit dem Ermittler-Duo Flückiger/Ritschard unter einem schlechten Stern? Verschiedene Medien haben am Montag auf Basis eines Beitrags der deutschen «Bild»-Zeitung berichtet, der Film sei bei einer Testvorführung durchgefallen und die für den 5. August geplante Ausstrahlung auf der Kippe gewesen.

Dies gerade wegen seiner ungewöhnlichen Machart. Der Film wurde vor genau einem Jahr im KKL mit nur einer Kamera in einer einzigen Einstellung gedreht, also komplett ohne Schnitt. An vier Drehtagen wurden je zwei hochdeutsche und Dialekt-Fassungen eingespielt, die jeweils bessere wurde dann ausgewählt.

«Es war eine ganz normale Visionierung»

Gegenüber unserer Zeitung dementiert Nadine Gliesche, «Tatort»-Verantwortliche in der SRF-Medienstelle, dass es eine besondere Testvorführung gegeben habe. «Es war das übliche Vorgehen, dass die Redaktionen von SRF und ARD den Film angeschaut und diskutiert haben.» Man sei sich bewusst gewesen, dass er ungewöhnlich für einen «Tatort» sei. Deshalb habe man nach einem geeigneten Sendeplatz für die Ausstrahlung gesucht. Auch Anpassungen habe es nach der finalen Abnahme keine mehr gegeben.

Der Film wird zu einem Zeitpunkt gezeigt, als in anderen Jahren noch Sommerpause herrschte. Nicht etwa, um ihn quasi im Sommerloch zu verstecken, sagt Nadine Gliesche. Sondern weil er inhaltlich gut zum Lucerne Festival passe, welches in der Woche drauf startet.

In der deutschen «Bild»-Zeitung wird SRF-Filmchef Urs Fitze, der inzwischen in den Ferien weilt, wie folgt zitiert: «Einen Krimi in einer einzigen Einstellung zu drehen, ist ein mutiges Unterfangen. Die Frage war dabei immer, wie stabil der Spannungsbogen gehalten werden kann. Wir sind begeistert, dass sich der Mut ausgezahlt hat und der ‹Tatort› um ein Unikat reicher ist.»

Ein solches Unikat war auch der letztes Jahr gezeigte SWR-«Tatort» mit dem Titel «Babbeldasch». Der teils mit Laien gedrehte Film gilt als schlechtester «Tatort» aller Zeiten. In deutschen Medien, die den Schweizer Folgen allerdings generell reserviert gegenüberstehen, wird jetzt darüber spekuliert, ob der neue Streifen diese «Auszeichnung» übernehmen wird.

Die Handlung des Films dreht sich um das Benefizkonzert eines schwerreichen 85-jährigen Mäzens im KKL. 10 000 Franken lässt sich die erschienene Prominenz einen Sitzplatz kosten. Das Jewish Chamber Orchestra spielt klassische Musik von Komponisten, die im Zweiten Weltkrieg in Konzentrationslagern umkamen. Der Mäzen selber hat damals vielen Juden zur Flucht verholfen. Mitten im Konzert bricht ein Klarinettist zusammen und wird mittels Luftröhrenschnittes gerettet. Eine erste Diagnose lautet Kontaktgift.

Man erfährt später, dass die Orchesterpianistin kurz zuvor eine Morddrohung erhalten hat. Kommissarin Liz Ritschard, die privat dem Konzert beiwohnt, ruft ihren Kollegen Reto Flückiger zum Tatort. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Denn niemand darf weg, gleichzeitig soll keine Panik ausbrechen.

Zwischen Satire und grossem Ernst

Unsere Mitarbeiterin Susanne Holz, die regelmässig «Tatort»-Folgen bespricht, ist nach der Visionierung nicht ganz vom Film überzeugt. «Für Luzerner oder andere Leute, die das KKL gut kennen, hat der Film natürlich seinen Reiz.» Zudem dürfte man attestieren, dass er formal etwas wage. «Allerdings schränkt gerade dies Inhalt und Dramaturgie ein. Zudem merkt man, dass bei nur einer Einstellung auch schauspielerisch nicht alles optimal geklappt hat. Und schliesslich wirkt der Film an manchen Stellen fast satirisch, etwa indem eine Figur die Zuseher jeweils direkt anspricht. Dazu passt aber die sehr ernste Darstellung der beiden Kommissare nicht wirklich.»

Bekanntlich wird diese Folge eine der letzten dieser Luzerner «Tatort»-Reihe sein, danach sollen noch drei folgen, zwei davon werden 2019 ausgestrahlt. Ab dann startet das Schweizer Fernsehen eine neue Staffel, die in Zürich spielen wird und auch ein neues Ermittlerteam hat. Deren erste Folge ist auf 2020 geplant.

Die Luzerner «Tatort»-Folge «Die Musik stirbt zuletzt» von Dani Levy wird am Sonntag 5. August ausgestrahlt (20.05, SRF1). Eine ausführliche Kritik folgt in den nächsten Tagen.

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