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Kulturkosmonauten: Jugendliche Superhelden retten die Welt

Die Pilotphase mit mobilen Workshops war ein Erfolg, jetzt heben die St. Galler Kulturkosmonauten in die erste Saison ab. An Bord sind 300 Jugendliche und neun Partnerinstitutionen. Das Ziel ist kreatives Teamwork.
Bettina Kugler
Bewegende Momente auf der Bühne für die Jugendlichen aus dem Integrationskurs der Gewerblichen Berufsschule St. Gallen. (Bild: Urs Bucher)

Bewegende Momente auf der Bühne für die Jugendlichen aus dem Integrationskurs der Gewerblichen Berufsschule St. Gallen. (Bild: Urs Bucher)

Wie Superhelden fühlen sie sich sonst keineswegs: Zahir und Julia, Cassandra, Iman, Apostolia und elf Kolleginnen und Kollegen aus dem Integrationskurs der Gewerblichen Berufsschule St. Gallen. Am Ende ihrer Expedition als Crew der Kulturkosmonauten aber heben sie ab und wachsen über sich hinaus. In einer Reihe kurzer Szenen haben sie durchgespielt, was jeder tun könnte, um die Welt zu retten. In jedem steckt «ein ganz normaler Superheld», das ist ihr Traum und ihre Botschaft. «Die Welt ist klein und wir sind gross», so singen sie stark und selbstbewusst auf der Bühne; «wir können das Buch selber schreiben, / es gibt genug freie Seiten ...» Ein bewegender Moment, nicht nur für die sechzehn Kosmonauten, sondern auch für die Freunde und Verwandten, für die vielen Neugierigen, die in den Jugendkulturraum Flon zur Präsentation gekommen sind, und für die künstlerische Bodencrew.

Kunst als Lernfeld, um Krisen zu meistern

Neben der St. Galler Autorin und Regisseurin Pamela Dürr, Initiatorin und künstlerische Leiterin des Projekts Kulturkosmonauten, sind es an diesem Abend Ann Katrin Cooper und Tobias Spori vom Panorama Dance Theater. Neun Tage lang hat das Künstlertandem aus den Jugendlichen Superhelden gemacht und sie auf die Mission Weltrettung geschickt. Das Thema war als solches nicht vorgegeben, es kam in der Gruppe auf. Zunächst gab es nur freie Seiten; geschrieben haben die jungen Menschen zwischen 15 und 20 Jahren ihr «Buch» selbst.

Es gehört zum Konzept der jeweils zehntägigen mobilen Workshops, die Teilnehmenden aus der Reserve zu locken, sie gemeinsam experimentieren zu lassen. Als Gruppe sollen sie ihre Geschichte und dafür eine geeignete Form suchen. Für Pamela Dürr steht der Prozess im Vordergrund, nicht ein perfektes Ergebnis.

«Die Jugendlichen merken schnell, dass es nur funktioniert, wenn jeder sich einbringt, wenn sie in einem Boot sitzen und Krisen erfinderisch meistern.»

Dass künstlerische Projektarbeit die Persönlichkeit und die Fähigkeit zu Teamwork stärkt, konnten sie und die teilnehmenden Kosmonauten in der Pilotphase 2016/17 in fünf von der Drosos-Stiftung geförderten Workshops erproben und beweisen. Partnerinstitutionen waren in der Pilotphase neben der Gewerblichen Berufsschule soziale Einrichtungen und Lehrbetriebe. Nach einer Evaluation durch die Fachhochschule St. Gallen überzeugte das Projekt auch das Bundesamt für Kultur: Es unterstützt nun die Kulturkosmonauten in den ersten drei Jahren wegen ihres Modellcharakters in Sachen kultureller Teilhabe.

Einheimische sitzen neben Neuankömmlingen

In der laufenden Saison 2018/19 sind fünfzehn Workshops geplant, vier haben bereits stattgefunden. Die Künstler stammen aus unterschiedlichen kreativen Bereichen: neben Tanz, Musik, Theaterpädagogik auch Videokunst, Figuren- und Maskentheater. An den Präsentationen im Talhof St. Gallen oder im Kulturraum Flon, im Raum für Literatur oder in der Marienburg Rheineck trifft ein bunter als sonst gemischtes Publikum zusammen, «von 8 bis 90 Jahre alt, Schweizer ‹Ureinwohner› und erst vor kurzem Angekommene, regelmässige Theatergänger und zum ersten Mal im Theater Sitzende», schwärmt Pamela Dürr. «Man spürt an diesen Abenden, dass Kultur hier eine echte Lebensangelegenheit ist.»

Nächste Präsentationen: Do, 6.12., 19 Uhr, Palace St. Gallen; Do, 13.12., 19 Uhr, Talhof St. Gallen

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