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«Wir sind da hineingerutscht»

Sie sind zwar Berner, aber in der Ostschweiz haben Pascal Dussex und Resli Burri von «Les trois Suisses à deux» viel Stammpublikum. Hier sind die Musikkomödianten nächste Woche mit dem «Bundesordner» zu Gast.
Rolf App
«Das können wir auch»: Resli Burri und Pascal Dussex imitieren ihre Kollegen von «schön & gut». (Bild: Caro Gammenthaler)

«Das können wir auch»: Resli Burri und Pascal Dussex imitieren ihre Kollegen von «schön & gut». (Bild: Caro Gammenthaler)

Resli Burri und Pascal Dussex haben es bequem, denkt man. Liegen seitwärts der Bühne des Casinotheaters Winterthur auf einer grossen Luftmatratze und kommentieren lustvoll die Kollegen, die im «Bundesordner» satirisch aufs Jahr 2015 zurückblicken. Diese Bartlis, das sei ja «schön und guet», aber das könnten sie auch, sagen die beiden, die auch als «Les trois Suisses à deux» unterwegs sind – und halten sich Wischmop und Beseli vors Gesicht. Ob Jane und Lea eigentlich schon zeichnungsberechtigt seien? Althaus, das sei aber ein komischer Name «für e junge Schnuufer: Alt-Haus».

«Ein Rückenbrecher»

Und erst dieser Jess Jochimsen, was das für einer sei. Ein Münchner, ein reinrassiger. Aber der Vorname, sagt Burri: «Schau dir den mal an. Jess, das ist JS.» Da fährt ihnen der Schreck in die gemütlich gelagerten Glieder.

Oh nein, so bequem sei es gar nicht auf dieser Luftmatratze, erklären Pascal Dussex und Resli Burri, als wir uns im Restaurant des Casinotheaters treffen. «Ein Rückenbrecher», erklärt Burri sogar. «Die Idee, über alle Mitstreiter etwas zu sagen, ist von uns gekommen», sagt Dussex. «Beim <Bundesordner> wird ja niemand namentlich vorgestellt. Wir tun es in Form einer Verballhornung, das haben wir den zwei Alten aus der <Muppet Show> nachempfunden.» Des Nachts treffen sie einige der so Verballhornten im vierten Stock dann wieder, in der Künstlerwohnung, wo sie zusammen mit Nils Althaus und Jess Jochimsen übernachten.

Aus drei werden zwei

Nächste Woche geht der «Bundesordner» auf eine kleine Tournée, bevor er in Winterthur weiterspielt. Am Dienstag ist er in Weinfelden, am Samstag in Jona. Die Ostschweiz ist ein guter Boden für die zwei mittlerweile 54- (Dussex) und 56jährigen Berner. 1993 haben sie zusammen mit Thomas Baumeister das Trio «Les trois Suisses» gebildet, vor wenigen Jahren hat Baumeister dann aufgehört. Der Name «Les trois Suisses à deux» ist also kein Witz.

Guter Boden Ostschweiz

«Wir thematisieren das auch in unserem aktuellen Programm <Duo-Pack>», sagt Resli Burri. «Wir fragen uns: Wo ist der Dritte, warum kommt er nicht? Jetzt müssen wir so tun, als wären wir zu dritt – schon wegen der Gage. Der ganze Abend basiert darauf, wie man aus drei zwei wird.»

In der Ostschweiz sind «Les trois Suisses» von Anfang an häufig engagiert worden. «Sie ist neben dem Bernbiet unser zweites Stammgebiet», erklärt Burri. Womit das zusammenhängt? Er vermutet: Es ist der Berner Dialekt, den man hier sehr mag – was zweifellos der Fall ist. Vielleicht aber ist die Ostschweiz ganz generell ein fruchtbarer Boden für Humor in vielerlei Spielformen, wie gerade wieder die gestern vom Bundesamt für Kultur bekannt gegebene Nominierung von Manuel Stahlberger und Heinz de Specht für den Schweizer Kleinkunstpreis zu belegen scheint.

Bevor sie sich gefunden haben, haben Pascal Dussex und Resli Burri als Musiker auf der Bühne gestanden. Ihre Wurzel liegt bis heute in der Musik. Das Musikalische ist enorm wichtig – und das Theatrale hinzugekommen. «Wir sind in die Kleinkunst hineingerutscht», sagt Dussex.

«Recht schnell engagiert»

Lange sind sie einander nur hin und wieder zufällig begegnet. Burri, Dussex und Baumeister spielten alle in einer Band, aber sie wollten sich einen schönen Sommer in Südfrankreich machen. «Dort haben wir dann auf den Strassen gespielt – und gemerkt, dass das total gut ankommt, wenn wir lustige Ansagen machen», erzählt Resli Burri. In der Schweiz haben sie das dann da und dort wiederholt und sind «recht schnell engagiert worden». So ist aus einem privaten Angebot ein Bühnenprogramm geworden, zur Musik ist das Humoristische gekommen, sie sind zu Musikkomödianten geworden.

Inzwischen sind sie beim fünften Programm angelangt. Was früher mehr Musikshow war, ist heute Reflexion über das Musikerleben – und das Älterwerden. Auch als Duo sind sie schon ein altes Paar – und vertragen sich bestens. «Ich muss jemanden neben mir haben», sagt Pascal Dussex sehr entschieden. «Und allein unterwegs sein möchte ich auch nicht.»

Der «Bundesordner» gastiert nächsten Dienstag um 20 Uhr im Thurgauerhof Weinfelden und am Samstag im «Kreuz» Jona.

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