«Winterthur ist erst der Anfang»

Musikfestwochen Die welsche Band Carrousel will mit ihren Chansons auch in der Deutschschweiz durchstarten. Sänger Léonard Gogniat freut sich aufs Konzert in Winterthur, obwohl ihn dort niemand versteht. Seraina Manser

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Am Anfang von Carrousel steht ein glücklicher Zufall…

Léonard Gogniat: Vor fünf Jahren spielte ich in den Gassen des südfranzösischen Dorfs Volenne auf meinem Akkordeon. Ich machte eine kurze Pause, und plötzlich erklang ein anderes Akkordeon. Ich lief zu der jungen Frau und spielte mit. Es war Sophie Burande, mit der ich später Carrousel gründete.

In Ihren Liedern kommen verschiedenste Instrumente zum Zug.

Gogniat: Sophie spielt neben Akkordeon auch noch Mundharmonika, ich jede Art von Gitarre. Den Refrain unserer Lieder singen wir immer gemeinsam. In unseren französischen Chansons erzählen wir Geschichten und führen Gespräche.

Warum heisst Ihre Band Carrousel?

Gogniat: Sophie und ich waren auf dem Jahrmarkt. Als wir ein schön leuchtendes Karussell sahen, ist uns die Idee für den Bandnamen in den Sinn gekommen.

Am Dienstag, 21.August, treten Sie in Winterthur an den Musikfestwochen auf. Ist es nicht schade, dass dort kaum jemand Ihre Texte versteht?

Gogniat: Man muss unsere Texte nicht verstehen, denn schon unsere Melodien sagen viel aus. Bei unserem ersten Konzert in der Deutschschweiz war ich positiv überrascht. Das Publikum war sehr offen gegenüber welscher Musik. Der französische und leicht exotische Touch unserer Lieder kommt gut an. Die Romands hingegen würden nie freiwillig Lieder aus der Deutschschweiz hören.

Wie die meisten Konzerte an den Winterthurer Musikfestwochen ist auch jenes von Carrousel gratis. Ist das für die Künstler ein Vorteil?

Gogniat: Ich glaube schon. Dadurch können wir neues Publikum gewinnen. In der Deutschschweiz sind wir noch nicht so bekannt, und das Wort «gratis» zieht schon von allein Leute an.

Was bedeutet für Sie ein Auftritt an den Musikfestwochen?

Gogniat: In der Romandie ist dieses Festival unbekannt. Ich war noch nie dort, habe aber von Bekannten gehört, dass das Ambiente genial sei.

Kürzlich haben Sie Ihren Job als Lehrer gekündigt.

Gogniat: Es war schwierig, meinen 80-Prozent-Job und die Musik unter einen Hut zu bringen. Jetzt konzentriere ich mich auf meine Leidenschaft. In der Romandie ist Carrousel schon sehr bekannt. Jetzt möchten wir die Deutschschweiz erobern. Winterthur ist erst der Anfang.

Carrousel, Di, 21.8., 20.15 Uhr, Kirchplatz, Winterthur

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