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Schuberts Winterreise unter Picasso-Gemälden

Gerda Neunhoeffer

Das 23. Zyklusprogramm der Gesellschaft für Kammermusik ist besonders vielfältig. Christoph Prégardien, der am Sonntagabend das dritte Konzert der Saison mit Michael Gees gestaltet, sagte zum künstlerischen Leiter Gerhard Pawlica: "….da haben Sie ja eine ganz ausserordentlich-hochkarätige Serie – ich bin stolz, hier singen zu dürfen…." Und die vielen Zuhörer erleben im ausverkauften Saal des Museums Rosengart die „Winterreise“ von Schubert in einer ausserordentlichen Interpretation. Man ist Sänger und Pianist ganz nahe, und der begnadete Geschichtenerzähler scheint zusätzlich von den Picasso-Gemälden rundum inspiriert zu sein.

Prégardien erzählt diese «schauerlichen» Lieder, so beschrieb Schubert sie selbst seinen Freunden, mit lyrischem Klang und hervorragender Textverständlichkeit. Er erfüllt jedes Wort mit Sinn, durch kleinste Nuancen in der Vokalfärbung erscheint ein anderes Gefühl, und man macht diese Reise durch Schmerz und Leid in allen Facetten hautnah mit. Die kleinen, geradezu winzigen lichten Momente des Liederzyklus gestalten die beiden Künstler mit inniger Helligkeit, um dann umso drastischer in die Dramatik zu wechseln. Man spürt die kalten Winde, die Müdigkeit, die Verzweiflung, die bellenden Hunde, und wie Prégardien der Krähe nachschaut oder von Frühlingsblumen im Winter träumt, das ist phänomenal. Allein das Wort «Herz» erklingt in unzähligen Klangfarben.

Stimme ist in allen Lagen unglaublich präsent

Michael Gees unterstreicht die Gefühlslagen auf dem Bösendorfer Flügel mit variablem Spiel, anfangs mit ungewohnt viel Pedal und dennoch durchsichtig. Er lässt dem Sänger Zeit und Raum, er erzählt die Lieder auf seine ganz eigene Weise und verschmilzt doch wunderbar mit dem Tenor. Prégardiens Stimme ist in allen Lagen unglaublich präsent, und wie er von leisen Klagen in geradezu wütende Ausbrüche wechselt, auch raue Töne einsetzt, das ist hohe Gesangskunst: Schuberts innerste Empfindung klingt nach.

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